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Herzkissen helfen nach Krebs-OP

Neubrandenburg.Gänsehaut-Atmosphäre im Brustkrebszentrum des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg. Ein großer Berg liebevoll verpackter Herzkissen füllt ein Bett in einem Patientenzimmer. Mitglieder der Patchwork- und Quiltgruppe Mallin überbringen 160 dieser von ihnen gefertigten Hilfsmittel für betroffene Patientinnen. Die Freizeit-Näherinnen haben sich als erste Gruppe im Nordosten der inzwischen deutschlandweiten Herzkissen-Aktion am Jahresbeginn angeschlossen.
Petra Hackbarth und Kerstin Janicke gehören zu den ersten Patientinnen, die so ein besonderes Kissen in Empfang nehmen können. Auch wenn bei beiden Frauen die Operation schon einige Monate zurückliegt, wissen sie den Wert dieses Hilfsmittels zu schätzen. „Bei der Operation werden auch Lymphknoten entfernt. Die Narbe tut noch lange sehr weh“, erzählt Petra Hackbarth. So ein Herzkissen könne durch seine besondere Form den Arm entlasten, wenn man es unter der Achselhöhle trägt, und so Schmerzen lindern helfen. Und nicht nur das: „So ein Kissen bringt der betroffenen Frau, was man in einer solchen Situation braucht. Es ist ein symbolisches Zeichen, das ihr Kraft und Mut geben und wo sie auch mal eine Träne hineindrücken kann“, weiß Chefärztin Dr. Katy
Roterberg.
Allein im vergangenen Jahr wurden im Neubrandenburger Klinikum 184 Frauen an Brustkrebs operiert. Künftig soll jede von ihnen kostenlos so ein Herzkissen erhalten. Dafür wollen die zwölf Mitglieder der Malliner Patchwork- und Quiltgruppe weiterhin in ihrer Freizeit nähen, versicherte Dr. Angela Meißner aus der Gruppe: „Es ist ein kleiner Gruß, dass Frauen an sie denken.“ Dankbar sind die Näherinnen, dass sich Sponsoren gefunden haben für die Finanzierung des Materials.rh

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