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Jäger rücken dem Waschbären auf den Pelz

Die Jäger an der Mecklenburgischen Seenplatte wollen dem Waschbären auf den Pelz rücken: Der Kreisjagdverband Mecklenburg-Strelitz/Neubrandenburg fordert, die Tiere im Müritz-Nationalpark wieder zur Bejagung – vor allem mit Fallen freizugeben. Bislang darf in den Nationalparks im Land Raubwild nicht gejagt werden.

„Wir sind da anderer Ansicht. Der Waschbär ist ein Schädling, der größere Schäden in der Vogelwelt anrichtet und dazu beiträgt, dass seltene Vogelarten verschwinden“, sagt Kreisvorsitzender Friedhelm Stölting. Beispielsweise gebe es Fotos, die zeigten, wie ein Waschbär einen Schreiadlerhorst besetzt oder ein Schwarzstorchennest attackiert.

Man sei über eine Jagderlaubnis im Gespräch mit dem Umweltministerium. Bei der jüngsten Landesdelegiertenkonferenz der Jäger habe Minister Till Backhaus (SPD) seinen Eindrücken nach auch Zustimmung signalisiert, so Stölting.

In Brandenburg schon eine echte Plage

Wie das Ressort mitteilte, soll das Thema Waschbär heute vor Ort mit den Jägern diskutiert werden. Schon zuvor hatte sich die Grünen-Landtagsabgeordnete Jutta Gerkan mit einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung gewandt. Die Antwort bleibt allerdings sehr vage: Die Landesregierung nehme die Sorge betroffener Grundeigentümer ernst, heißt es in dem Papier. Und, im schönsten Bürokratendeutsch: Zur Lösung einzelner Waschbärprobleme sehe die Nationalpark-Jagdverordnung bereits jetzt Ausnahmemöglichkeiten vor.

In Brandenburg haben sich Waschbären zu einer echten Plage entwickelt. Insgesamt 14495 Exemplare erlegten die märkischen Jäger in der Saison 2011/2012 – das sind laut Medieninformationen 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark hätten sich die Tiere demnach in der Prignitz und im Landkreis Ostprignitz-Ruppin vermehrt. „Die Bestände steigen extrem an“, sagt der Geschäftsführer des Landesjagdverbands, Georg Baumann.

Als Nesträuber bedrohe der Waschbär nicht nur Fasane und Enten. „Bei gefährdeten Arten wie der Sumpfschildkröte kann das den Ausschlag geben, dass Populationen ganz verschwinden“, warnt Baumann.

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