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Konkurrenz der Sterneköche steht bereit

Bereits zum vierten Mal wurde Ronny Siewert als bester Koch im Land geehrt. Doch der Sterne-Koch aus Heiligendamm sieht jede Menge Konkurrenz nachwachsen: „In den nächsten Jahren werden viele junge Köche in dem Wettbewerb mitmischen“, ist er überzeugt.
Bereits zum vierten Mal wurde Ronny Siewert als bester Koch im Land geehrt. Doch der Sterne-Koch aus Heiligendamm sieht jede Menge Konkurrenz nachwachsen: „In den nächsten Jahren werden viele junge Köche in dem Wettbewerb mitmischen“, ist er überzeugt.

„Kalbstatar & Blumenwiese“, „Petersfisch, Gemüsecurry und gebackener Ziegenfrischkäse“ oder „Gebackenes Landei, ungestopfte Gänseleber, Morcheln à la crème“ – mit Kreationen dieser Art wurden am Sonnabend mehr als 200 Gäste beim Großen Gourmet Preis im Grand Hotel Heiligendamm verwöhnt. Insgesamt acht Köche waren für das Sieben-Gang-Menü zuständig, das mit der Verleihung der Auszeichnung „Bester Koch Mecklenburg-Vorpommerns“ für den Sternekoch Ronny Siewert endete. Der 34-Jährige ist Chef des Restaurants Friedrich Franz im Grand Hotel und erhielt zum vierten Mal in Serie diese Ehrung.

Über sieben Restaurants in Mecklenburg-Vorpommern funkelt derzeit ein Stern des renommierten Gourmetführers Guide Michelin. Doch dabei wird es wohl nicht bleiben: Siewert erwartet in den kommenden Jahren mehrere Köche, die in diesem international renommierten Sterne- Wettbewerb mitmischen werden. „Da kommen viele junge Talente, die Lust haben, lecker zu kochen“, sagte Siewert, der für den Hauptgang mit Rinderfilet, Short Rib, Ochsenschwanz und geliertem Spargel zuständig war.
Dabei gehe der Trend klar in Richtung regionaler Zutaten, die aber oft mit den Produkten verbunden werden, die die Welt zu bieten hat. „Das kann man gerne weltoffene Küche nennen“, betont Siewert. Dies sei ein äußerst positiver Effekt für das Marketing des Landes. Denn zum deutschen Urlaubsland Nummer 1 gehöre eine gehobene Kulinarik einfach dazu.

Alles andere als Pellkartoffeln mit Hering

Mit Leckerbissen auf hohem Niveau kann die früher als eher deftig geltende Küche Mecklenburg-Vorpommerns ihre Gäste überraschen, meint auch der frühere Wirtschafts- und Tourismusminister und heutige Vorsitzende des Landestourismusverbands, Jürgen Seidel. Immer noch begegne ihm außerhalb des Landes die Meinung, dass die Nordostküche nur Pellkartoffeln mit Heringsschwänzen kann. „Das können wir auch, aber wir können inzwischen auch Gourmets mit unserer Küche überzeugen.“

Der gute Ruf der Küche Mecklenburg-Vorpommerns ist zumindest nicht vollständig bis nach Rom durchgedrungen, wo der Stargast des Abends, der Zwei-Sterne-Koch Oliver Glowig, ein Restaurant betreibt. Er brachte für den Gang „Zitronenrisotto, Felsenauster, Kaisergranat und Tintenfisch“ alle Zutaten selbst mit. Er wollte an diesem Abend einfach auf Nummer sicher gehen, begründete er die Packliste. Doch das ist kein Grund für die einheimische Kochzunft, sich verschämt zurückzuziehen. Nach dem Abend im Grand Hotel gestand Glowig, dass er beim nächsten Mal weniger mitbringen wird.

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