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Laster-Fahrer wollen schneller unterwegs sein

Lkw-Massen schieben sich durch die Region – und stauen sich hinter einem Unfall wie hier entlang der B 104.
Lkw-Massen schieben sich durch die Region – und stauen sich hinter einem Unfall wie hier entlang der B 104.

Unzufrieden sind die Speditionen und Transportunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern mit dem schleppenden Bau von schnelleren Verbindungen und Ortsumgehungen. So setzten sich die Kammern im Land für den Ausbau der B96 von Rügen nach Berlin oder leistungsfähige Ost-West-Verbindungen ein, etwa die Strecke von der A20 über Neubrandenburg und Mirow nach Wittstock an der A 19.

Die Speditionen sehen sich außerdem einem zunehmenden Kostendruck ausgesetzt. Es sei für die Firmen sehr schwer, Preiserhöhungen an die Auftraggeber durchzureichen, sagte Hans-Joachim Büttner, Verkehrsexperte der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg. Neben den hohen Ausgaben für Diesel und der Lkw-Maut schlagen seinen Angaben zufolge auch steigende Werkstatt- und Versicherungskosten mehr und mehr zu Buche.

Wettbewerb aus Osteuropa für Spediteure sehr groß

Heute berät die Branche, die rund 10 000 Beschäftigte zählt, in Linstow auf der Landesverkehrskonferenz über ihre Zukunft. Problematisch sei die Lage besonders für Spediteure, die nur den reinen Güterverkehr zwischen Lieferanten und Empfänger ausführen. „Hier ist der Wettbewerb mit Unternehmen aus Osteuropa besonders groß“, erläuterte Büttner. Bessere Geschäftsaussichten bestünden für Firmen, die Logistik-Dienstleistungen mit anbieten. Noch sei in der IHK-Region Neubrandenburg kein Massensterben von Speditionen zu beobachten. Allerdings werde die Zahl der Fahrzeuge reduziert und damit in der Hoffnung auf bessere Preise die Transportkapazität verringert.

Potenziale zur Kosteneinsparung durch den Einsatz von Fahrzeugen mit niedrigen Dieselverbrauch oder die Nutzung der Satellitennaviation zum Flottenmanagement seien weitgehend ausgereizt, so Büttner. Mit Nachdruck dringt die Branche auf den Ausbau der Straßen. Sorgen bereiteten den Unternehmen zum einen die zahlreichen baufälligen Brücken im Land. Durch verringerte Traglasten und reduzierte Geschwindigkeiten müssten zum Teil Umwege und Zeitverlust in Kauf genommen werden, erklärte der Verkehrsexperte.

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