
| Bildung |
von Marina Spreemann
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Wer diesen Kommentar liest, ist sehr wahrscheinlich nicht mehr ganz jung, nicht unter 20 Jahre alt. Die Jugend liest ja nicht mehr, auch nicht die Zeitung. Warum? Weil sie sowieso immer dümmer wird und sowieso vor dem Computer sitzt? Typische Erwachsenensicht – und zudem sehr einseitig. Lesen wird für Kinder nicht interessant, indem ihnen immerzu erzählt wird, dass Lesen schlau macht, gut für ihr Textverständnis oder für die Rechtschreibung ist.
Sicher, alles richtig – aber eben nicht sonderlich spannend. Ganz anders sieht es aus, wenn Mutti, Vati, Omi, großer Bruder schon den Kleinen vorlesen: So erleben Kinder, dass Lesen aufregend, lustig, emotional ist. Wer das erfahren hat, wird auch selbst das Lesen erlernen wollen und zu Büchern greifen.
Das mit dem Schlauerwerden klappt dann eigentlich ganz nebenbei. Frühzeitiges Vorlesen hilft sogar über den sogenannten Leseknick in der Pubertät hinweg, wie Wissenschaftler gerade nachgewiesen haben. Übrigens gilt das alles nicht nur fürs Bücherlesen. Mit der Zeitung funktioniert es nicht anders. Kinder, die beobachten, wie ihre Eltern zu Hause in der Zeitung lesen oder wie ihre Lehrer in der Pause angeregt über einen Artikel diskutieren, werden neugierig.
„ZISCH – Zeitung in der Schule“ und „KidZ – Kinder in der Zeitung“, die Medien-Schulprojekte des Nordkurier, sorgen zum Beispiel dafür, dass viele Schüler zum ersten Mal überhaupt einen Blick in die Zeitung werfen. Viele sind richtig stolz auf ihr eigenes gedrucktes Exemplar.
Die Schüler können eine Menge darüber erfahren, wie man sich in der Vielzahl der Angebote zurechtfindet, auf welche Informationen man sich wirklich verlassen kann – und dass Zeitung lesen nicht zuletzt Spaß macht. Und manche Erwachsene staunen nicht schlecht, wenn die Schüler dann doch den Kommentar in der Zeitung lesen und darüber diskutieren.
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