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Linke verteilt Fahrkarten nach Berlin

Von unserem Redaktionsmitglied
Frank Wilhelm

Die Genossen wollen morgen über die Landesliste für ihre Bundestagskandidaten abstimmen. Auf den hinteren Plätzen könnte es Veränderungen geben.

Göhren-Lebbin.Die Linkspartei zeigt sich lernfähig. Als es vor einigen Jahren um die begehrten vorderen Listenplätze für die Bundestagswahl unerfreuliche Scharmützel zwischen einzelnen Genossen gab, entschloss sich die Parteispitze, das Verfahren zu ändern. Jetzt legt der so genannte Landesausschuss einen Vorschlag fürs Ranking vor, über den die Vertreterversammlung befinden kann. In dem Ausschuss sind auch Vertreter der Basis vertreten. Vor allem, so die Linke-Vorsitzende Heidrun Bluhm, nimmt an den Sitzungen, auf denen es um die Landesliste geht,
keiner der potenziellen Kandidaten teil.
Fast schon traditionell tritt die Linke mit dem Bundestagsabgeordneten Dietmar Bartsch als Spitzenkandidaten an. Sein Listenplatz eins dürfte nicht gefährdet werden. Obwohl Heidrun Bluhm, die bereits im Bundestag sitzt, auf Platz zwei steht, könnte es schon hier Rangeleien geben. „Ich rechne mit weiteren Kandidaturen“, sagt die Parteivorsitzende. Namen will sie sich allerdings nicht entlocken lassen. „Der Souverän ist letztlich die Vertreterversammlung“, sagt sie.
Spätestens ab Platz drei könnte es spannend werden. Denn mit Kerstin Kassner, der Ex-Landrätin von Rügen, tritt eine Kandidatin an, die bundespolitisch bislang eher wenig in Erscheinung trat. Es folgen der Ex-Landesvorsitzende Steffen Bockhahn sowie seine Bundestagskollegin Martina Bunge.
Auf Rang sechs will es erneut der Landtagsabgeordnete Torsten Koplin schaffen. Er war 2009, zur letzten Bundestagswahl, denkbar knapp an seinem CDU-Kontrahenten Christoph Poland gescheitert. Dank des neuen Zuschnitts seines Wahlkreises, zu dem jetzt neben Vorpommern auch ein Teil der Region Greifswald gehört, rechnet sich Koplin Chancen auf das begehrte Direktmandat gegen den Christdemokraten Matthias Lietz aus.

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