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Manuela, zeig uns was du noch so drauf hast!

Für ihre Absolventinnen ändert Martina Krüger sogar ihre Fernsehgewohnheiten. Eigentlich ist sie nämlich kein Fan von Formaten wie der Tanzshow „Let‘s Dance“, schaltet höchstens zum Finale mal ein. „Wegen Manuela habe ich mir aber sogar die erste Sendung angeguckt“, verrät die Pressesprecherin der Vorpommerschen Landesbühne. Auch am heutigen Abend (RTL, 21.15 Uhr) wird sie der in Stralsund geborenen Schauspielerin beide Daumen drücken, schließlich kennen sich beide gut aus Wisbecks Zeiten an der Schauspielschule in Zinnowitz und ihren Auftritten beim Vineta-Festival.

Und schon damals hatte Wisbeck Dozenten wie Publikum mit „Courage, Witz und Humor und ihrer Körperlichkeit beeindruckt“, wie sich Krüger erinnert. Schließlich passt die dralle Stralsunderin eben nicht in den engen Rahmen der üblicherweise in Casting-Formaten auftretenden Protagonisten. Sie fällt im Wortsinn aus der Rolle. „Manuela setzt ihre Körperlichkeit bewusst ein, verbiegt sich nicht. Würde sie das tun, wäre sie gar nicht erst dahin gekommen“, sagt Krüger weiter.

Und tatsächlich hat Wisbeck sich auf diese Art und Weise Arrangements erarbeitet, um die sie viele der grazilen Kolleginnen schwer beneiden dürften. Erst kürzlich trat sie in der Komödie „Schlussmacher“ an der Seite des Frauenschwarms Matthias Schweighöfer auf. In einem Interview sagte die bodenständige Schauspielerin: „Ich habe mich irre gefreut und ihn wie ein Teenager angehimmelt. Er ist ein richtiger Kumpeltyp, es macht Spaß mit ihm zu arbeiten.“

Und die Freude an der Arbeit gehört für die Stralsunderin definitiv dazu. Ein Lied davon singen kann Daniela Schulmeister. Sie ist Bewegungsdozentin an der Theaterakademie Vorpommern, unterrichtete Manuela von 2001 bis 2005 darin, ihren Körper möglichst geschmeidig zu bewegen. Vom ersten Auftritt ihres ehemaligen Schützlings bei „Let‘s Dance“ war die Dozentin nicht vollständig überzeugt. „Wie ich es gesehen habe hat Manuela noch gehörig Luft nach oben“, erklärt Daniela Schulmeister. Auch sie hatte sich die Sendung extra ihretwegen angeschaut, schließlich „muss man wissen, wie sie sich dort schlägt.“ Dass sie nicht ihr ganzes Können zeigen konnte und durfte, liegt aber wohl auch am Wesen der Sendung. „Da hängt ein riesiger Apparat dahinter, außerdem liegt der Fokus eben nicht auf dem Schauspiel, Manuelas eigentlicher Passion“, so Schulmeister. Aber sie bleibt entspannt. „Die Leute lernen sich ja erst kennen und müssen einander vertrauen lernen. Manuela muss in die Rolle reinwachsen, und das kann sie gut“, ist ihre ehemalige Dozentin voll des Vertrauens.
An der Seite der 29-Jährigen tanzt ein junger Mann, der schon in den vergangenen Staffeln der Tanzshow als Erfolgsgarant glänzte und in der Frauenwelt mindestens ebenso beliebt sein dürfte, wie Matthias Schweighöfer: Massimo Sinatò. Der 32-Jährige führte in der vergangenen Staffel das Model Rebecca Mir zum zweiten Platz, ließ für die langbeinige Schöne gar seine Ehe platzen. Zwei Jahre zuvor hatte er Sophia Thomalla zum Sieg geführt und im Jahr 2011 mit Liliana Matthäus immerhin das Viertelfinale erreicht. Keine schlechten Referenzen also für den Auftritt mit der drallen Wisbeck.

Die aber ist nicht dafür bekannt, sich auf die Hilfe anderer zu verlassen. Bereits im Alter von sechs Jahren drängte sie auf die Bühne, kam später über das Amateurensemble der Barther Boddenbühne zur Schauspielschule nach Zinnowitz. An der Vorpommerschen Landesbühne spielte sie unter anderem den Sir John Falstaff in Shakespeares „Die lustigen Weiber von Windsor“ sowie mehrere Rollen in der Vineta-Geschichte. Daher rühren auch die festen Banden nach Zinnowitz und Anklam, die bis heute nicht abgerissen sind. „Wir verfolgen alles, was die Manuela macht“, sagt Martina Krüger, die heute noch im Kontakt zur Schauspielerin steht. So wird sie es auch am heutigen Abend halten. Daniela Schulmeister bemüht einen Satz, den sie ihrerehemaligenSchülerin schon etliche Male gesagt hat: „Wir werden es schon irgendwie schaffen.“

 

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