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MeckPomm als Eldorado für geheime Hanf-Plantagen

Hanfpflanzen, aus denen Haschisch hergestellt wird, werden häufiger illegal im Land angebaut. Mehrere große Plantagen konnte die Polizei ausheben.  FOTO: ABIR SULTAN
Hanfpflanzen, aus denen Haschisch hergestellt wird, werden häufiger illegal im Land angebaut. Mehrere große Plantagen konnte die Polizei ausheben. FOTO: ABIR SULTAN

VonGrit Büttner

Im Agrarland Mecklenburg- Vorpommern nimmt der illegale Anbau von Rauschgift-Pflanzen zu.
Im letzten Jahr wurden
16 Cannabis-Plantagen entdeckt.

Rampe.Immer mehr illegale Drogen-Felder werden in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt. Das geht aus dem Jahresbericht zur Rauschgiftkriminalität 2012 hervor, den das Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag in Rampe bei Schwerin vorgestellt hat. So fanden die Ermittler im vorigen Jahr im Nordosten 16 Cannabis-Plantagen. 2011 waren es 13 gewesen, wie ein LKA-Sprecher mitteilte. In den Jahren davor lag die Zahl der entdeckten illegalen Rauschgift-Anlagen jeweils im mittleren einstelligen Bereich. Der Nordosten liege mit dieser Entwicklung im Bundestrend. Die Kriminalisten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.
Bei den entdeckten Plantagen handelte es sich sowohl um solche, die unter freiem Himmel angelegt waren, als auch um jene, die mit teils immensem Aufwand in leeren Wohnhäusern oder Lagerhallen betrieben wurden. Aus Cannabis- oder Hanfpflanzen wird Marihuana gewonnen. Der Trend zum illegalen Rauschgift-Anbau scheint auch dieses Jahr ungebrochen. Anfang April wurden die Fahnder gleich mehrmals fündig. In Dabel bei Sternberg (Kreis Ludwigslust-Parchim) entdeckten sie in einer ehemaligen Kaserne eine Anlage mit bis zu 5000 Cannabispflanzen. In Löcknitz (Vorpommern-Greifswald) wurden 3000 Drogen-Pflanzen gesichert, zwei Polen wurden verhaftet. In Retschow (Landkreis Rostock) beschlagnahmten die Beamten in einem früheren Armeeobjekt neben einem Kilogramm Marihuana auch Waffen. Im Februar waren zwei Hanfplantagen bei Bad Sülze (Vorpommern-Rügen) und in Kogel (Ludwigslust-Parchim) aufgeflogen.
Rauschgiftkriminalität macht in Mecklenburg-Vorpommern zwar nur 3,5 Prozent aller Straftaten aus, ist aber auf dem Vormarsch. So stieg die Zahl der Drogendelikte 2012 um gut 23 Prozent an, so das LKA. Insgesamt wurden 4430 Fälle von Rauschgiftkriminalität erfasst, 2011 waren es noch knapp 3600 Delikte.
Die Zahl der ermittelten Drogenkriminellen stieg im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2011 um gut 26 Prozent auf fast 3680 Tatverdächtige. Die meisten waren Männer. Aber auch 22 Kinder von 12 und 13 Jahren waren darunter sowie 299 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. Die Zahl der Drogentoten ist seit Jahren einstellig. 2012 gab es fünf Todesfälle.

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