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Mit dem Heilwald gegen den Burn-out

Was ist so besonders am oft zitierten Reizklima?
Unser Ostseeklima kombiniert reizende und schonende Faktoren miteinander. Es ist weniger reizintensiv als das Nordseeklima, weil nicht so hohe Windstärken erreicht werden. Dennoch sind Kältereize, die zu Abhärtung führen, ganzjährig sehr hoch. Hinzu kommt die indirekte Sonnenstrahlung, die von April bis September einen hohen, hautwirksamen UV-Anteil hat. Entlastend wirken die geringe Häufigkeit von schwülen Tagen, Pollenarmut, hohe Luftfeuchtigkeit und das so genannte „maritime Aerolsol“, bestehend aus Wassertröpfchen, Salz und Jod.

Welche Wirkungen verspricht man sich von Kur- und Heilwäldern?
Wertvoll sind vor allem das Mikroklima und die hohe Luftfeuchtigkeit besonders in den Wäldern mit Seeklima. Während die Nadelwälder an der Ostseeküste ätherische Öle verströmen, die besonders Lungenpatienten gut tun, gehen von den ausgedehnten Buchenwäldern psychologische Wirkungen aus.

Für welche Krankheitsbilder eignen sich diese Waldgebiete zur Behandlung?
Nehmen Sie zum Beispiel Lungenerkrankungen. Wer unter chronischen Infekten leidet, sollte öfter mal einen Kiefernwald an der Küste aufsuchen, weil die ätherischen Öle zum Beispiel das Abhusten erleichtern. Menschen mit Gleichgewichtsstörungen empfehle ich Spaziergänge auf den oft nicht ganz ebenen Waldwegen, weil dies die Gleichgewichtsorgane trainiert. Trainingseffekte ergeben sich auch für Patienten mit Schmerzen im Bewegungsapparat. Und nicht zuletzt können Menschen mit Stresserkrankungen wie Burn-out im Wald prima
relaxen.

Welche Kriterien muss ein Wald erfüllen, um als Kur- oder Heilwald zu gelten?
Die wollen wir ja erst in den nächsten Monaten herausarbeiten. Da bitte ich noch um etwas Geduld. Eines kann man aber wohl schon jetzt sagen. Die Wälder müssen im wahrsten Sinne des Wortes begehbar sein, auch für kranke und behinderte Menschen. Und deshalb sollten sie auch verkehrstechnisch gut erreichbar sein.

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