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Mit den Baumwipfeln auf Augenhöhe

Jürgen Michalski, der Leiter des Naturerbe Zentrums Rügen, geht auf dem 1,25 Kilometer langen „Baumwipfelpfad“ im Wald von Prora.
Jürgen Michalski, der Leiter des Naturerbe Zentrums Rügen, geht auf dem 1,25 Kilometer langen „Baumwipfelpfad“ im Wald von Prora.

In fünfzehn Meter Höhe legt Jürgen Michalski seine Hand an den Baumstamm einer mächtigen Buche. Mit leichtem Druck setzt er den Baum in Bewegung. Die Blätter rascheln, der Stamm pendelt lautlos hinterher – so als würde der Wind mit Stärke sieben an ihm rütteln. Wenige Tage vor der Einweihung inspiziert der Leiter des Naturerbezentrums in Prora den Baumwipfelpfad, der durch den 70 Jahre alten Buchen- und Eichenbestand führt.

Der „Wackelbaum“ ist neben verschiedenen Spiel- oder Infostationen eines der Abenteuer auf dem 1250 Meter langen, leicht ansteigenden Weg zum futuristisch anmutenden „Adlerhorst“. Um zehn Meter ragt die 40 Meter hohe Aussichtsplattform über die Baumwipfel und eröffnet einen Blick auf die eiszeitlich geprägte Landschaft der Insel Rügen. „Es lohnt sich, mindestens zweimal im Jahr zu kommen“, ist Michalski überzeugt. Im Winter, wenn die Blätter fehlen und die nackten Äste über den Pfad ragen, und im Sommer, wenn sich das Blattgrün wie ein Tunnel über den Baumwipfelpfad legt.

Wie Tiere flüchten - mit Sensoren wird das gezeigt

Am 24. Mai wird Bundeskanzlerin Angela Merkel die 13,5 Millionen Euro teure von der Erlebnis Akademie AG betriebene Touristenattraktion einweihen. Doch Urlauber werden das Naturerbezentrum erst Mitte Juni besuchen können. „Der lange Winter hat uns um einen Monat zurückgeworfen“, sagt Michalski.

Zwei Räume der rund 600 Quadratmeter großen Dauerausstellung sollen bis 24. Mai hergerichtet sein - darunter ein mit Sensoren ausgestatteter Raum, in dem das Fluchtverhalten von Tieren im Wald simuliert wird, sowie ein Raum, in dem die DBU Naturerbe GmbH alle 33 Naturschutzgebiete in Deutschland mit einer Fläche von 46000 Hektar vorstellt, die der Bund an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) überträgt, um sie als nationales Naturerbe dauerhaft zu sichern.

Die DBU rechnet mit 250000 bis 300 000 Gästen pro Jahr. 25 festangestellte Mitarbeiter werden in dem Zentrum arbeiten, wie Michalski sagt. Dazu kommen 25  Landschaftsführer.

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