
| Wirtschaft + Soziales |
von Redaktion
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Der Chef der Technikschmiede Solarlite in Duckwitz bei Rostock, Joachim Krüger, spricht von einem Meilenstein für seine Firma. Am Donnerstag wurde in Huaykrachao in der thailändischen Provinz Kanchanaburi das weltweit erste direktverdampfende solarthermische Parabolrinnen-Kraftwerk an den Betreiber übergeben. Insgesamt wurden 17 Millionen Euro investiert. Vergangene Woche erhielt das 2007 gegründete Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitern den Preis „STEP Award“ in den Kategorien Produkt/ Technologie & Nachhaltigkeit.
„Gerade im Bereich der erneuerbaren Energien sind innovative Entwicklungen gefragt“, sagt Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Umso erfreulicher sei es, dass Solarlite mit der neuen Technologie Anerkennung weit über die Landesgrenzen hinaus findet. „Wir werden auch künftig mit unserer Wirtschaftspolitik aktiv Forschungs- und Entwicklungsvorhaben begleiten.“ Ziel seien mehr hochwertige Arbeitsplätze im Land.
Mit dem Fünf-Megawatt-Kraftwerk können nach Worten von Firmengründer und Geschäftsführer Krüger rund 10 000 thailändische Haushalte mit Strom versorgt werden. „Die Anlage passt in das Prinzip der Regierung, die Energieversorgung mit kleinen Anlagen zu dezentralisieren.“ Das Kraftwerk steht auf einer Fläche von rund 11 Hektar und verfügt über 32 je 360 Meter lange Rinnen. Zusammen haben sie eine Spiegelfläche von 45 000 Quadratmetern. Die Spiegel auf den Parabolrinnen-Anlagen reflektieren mehr als 95 Prozent der Sonnenstrahlen auf ein Rohr. Das Wasser darin verdampft und über eine Turbine wird damit Strom erzeugt. Gleichzeitig könne auch Wärme abgeführt werden – ein Bereich der Energieversorgung, der laut Krüger nach wie vor fast stiefmütterlich behandelt wird.
Das Neue an dieser Anlage ist laut Krüger, dass mit 330 Grad heißem Wasserdampf anstatt mit Öl gearbeitet wird. „Das ist umweltfreundlicher und billiger“, schildert er die Vorzüge des Systems, an dessen Erfindung und Entwicklung er maßgeblich selbst beteiligt war und mit dem er alleine auf dem Weltmarkt unterwegs ist. Weitere Kraftwerke in Thailand mit insgesamt 37 Megawatt sind im Bau beziehungsweise in der Planung.
In Deutschland wäre der Betrieb dieses Kraftwerkstyps schwierig, die Sonneneinstrahlung und damit der Wirkungsgrad wäre zu gering. „Wir brauchen die direkte Sonneneinstrahlung, diffuses Licht reicht nicht“, betont Krüger. Die Anlage in Thailand habe einen Wirkungsgrad von 25- bis 30 Prozent, der einer „normalen“ Solarzelle liege im Schnitt bei 14 Prozent. Eine weitere Perspektive sei der Anschluss einer Biogasanlage, die nachts und an sonnenarmen Tagen die Turbinen in Gang halten können - damit wäre ein kleines Grundversorgungskraftwerk entstanden. Hier sieht Krüger die Entwicklungschance für sein Unternehmen. „Die Zukunft sind Hybridkraftwerke.“ Es gebe bereits mehrere Anfragen von Staaten aus dem Sonnengürtel der Erde, die sich vorstellen können, künftig einen Teil ihrer Energieversorgung mit der Technik aus Duckwitz zu sichern. „Viele Länder schauen gerade nach Thailand“, sagt Krüger. Dazu gehören Indien, China, Chile oder auch Südafrika.
Gerade für solche Länder sei von unschätzbarem Vorteil, dass sie neben Strom auch Wärme zur Verfügung gestellt bekommen können. „Ein Tomatenhersteller in Tunesien braucht zur Verarbeitung seiner Früchte Strom, er braucht Wärme, um sie zu kochen und Kälte für das Kühlhaus.“
Auch Hotelbetriebe, die einen hohen Bedarf an Duschwasser oder Kühlung haben, könnten von einer solchen Anlage profitieren. Zudem sei Meerwasserentsalzung möglich, was in regenarmen Ländern in Meeresnähe einen unschätzbarern Vorteil darstellt.
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