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MV soll friedlich bleiben: Schluss mit Militärforschung

Keine Forschungen für die Bundeswehr und für Rüstungsunternehmen an den Hochschulen des Landes: Mit diesem Antrag zieht die Linksfraktion im Landtag in die nächste Sitzung. Die Hochschulen sollen deshalb eine sogenannte Zivilklausel einführen, mit der solche Forschungen abgelehnt werden. Zuletzt hatte die Goethe-Universität in Frankfurt/Main im März eine entsprechende Klausel eingeführt.

„Wir sind für ein friedliches Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland. Das muss auch im Alltag zum Ausdruck gebracht werden“, sagte Fraktionschef Helmut Holter.

Nach Recherchen unserer Redaktion gibt es derzeit zwei Forschungsprojekte mit militärischem Hintergrund an den Hochschulen des Landes – eins an der Uni Rostock, ein weiteres an der Fachhochschule Neubrandenburg. Während sich die Rostocker mit Methoden zum Aufspüren von Minen auf dem Meeresboden beschäftigen, arbeiten die Neubrandenburger Forscher in Kooperation mit dem Wehrwissenschaftlichen Institut für Schutztechnologien in Munster an einem neuen Lasergerät.

Geräte sollen Stoffzusammensetzungen erkennen

Laut Institutsleiter Prof. Gerd Teschke geht es um die Entwicklung von Geräten durch JenOptik, die chemische beziehungsweise biologische Stoffzusammensetzungen und deren Ausbreitung erkennen. „Diese Technologie hat erhebliches Potenzial in der zivilen Nutzung, beispielsweise bei Feinstoff- und Feinstaub-Analysen.“

Die Rostocker Wissenschaftler forschen im Auftrag der Bundeswehr, die das Minen-Projekt über drei Jahre mit 331800 Euro finanziert.

Nichtsdestotrotz hat die Uni in der Hansestadt schon eine Zivilklausel in ihrer Grundordnung verankert. Die Neubrandenburger sehen keinen Handlungsbedarf. Das Projekt, das derzeit laufe, diene dem Schutz der in diesem Bereich aktiven Personen beziehungsweise der Zivilbevölkerung. „Ich glaube, dass eine allgemeine Zivilklausel nicht förderlich wäre, weil damit auch so defensive Vorhaben wie die unsrigen nicht realisiert werden könnten“, sagte Rektor Micha Teuscher. „Aus Sicht der Hochschulen verstehe ich das. Aber man muss konsequent sein“, hält dem Linken-Fraktionschef Holter entgegen. Auch die Uni Greifswald, die FH Stralsund und die Hochschule Wismar wollen laut eigenem Bekunden keine Zivilklausel einführen beziehungsweise haben das Thema noch nicht diskutiert.

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