
| Alte Kriegsmunition lagert überall in MV |
von Sophie Pawelke
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In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hat der Munitionsbergungsdienst (MBD) des Landes 205 Einsätze gehabt. Bomben und Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg liegen oft nur wenige Meter unter der Erdoberfläche. Viel zu tun für den Bergungsdienst, der jährlich bei bis zu 450 Einsätzen um die 140 Tonnen des Sprengstoffes Trinitrotoluol (TNT) unscharf macht. Und ein Ende sei nicht in Sicht. „Es könnte noch 200 Jahre dauern, bis die letzte Bombe geborgen wird – allein für die der Kategorie vier“, so MBD-Chef Robert Mollitor. Damit sind die besonders gefährlichen Bomben gemeint.
Schwerpunktgebiete sind die vielen Waldstückchen des Landes. „Insgesamt gab es in MV damals 16 Munitionsanstalten“, so Mollitor. Erst vor kurzem haben er und seine Männer 29 Tonnen Munition aus einem zwei Hektar großen Waldstück in Wokuhl bei Neustrelitz sichergestellt. Und im Osten des Landes sind noch immer zahlreiche Waldfläche verseucht und für Fußgänger gesperrt, wie in Torgelow oder Mirow. „Hier gab es damals große Übungsplätze“, erklärt Mollitor.
TNT auch nach 60 Jahren noch explosiv
Derzeit begleitet der MBD die Bauarbeiten der A 14 bei Schwerin, die auf einer so genannten belasteten Fläche entsteht. Bis zu vier Meter tief können die Bomben liegen. Die im Zweiten Weltkrieg bombardierten Städte wie Rostock, Schwerin und Wismar seien hingegen fast sauber. Große Funde werden dort immer seltener.
Dennoch: Der Bergungsdienst muss sich beeilen, denn TNT bleibt auch nach mehr als 60 Jahren stabil. Besonders gefährlich seien die Bomben, die mit einem Langzeitzünder ausgestattet sind. „Hier besteht die Gefahr, dass durch äußere Einflüsse wie Erschütterungen alles in die Luft gehen kann“, sagt Mollitor. Im Durchschnitt passiere das einmal im Jahr.
Um die 30 Mitarbeiter hat der MBD in MV derzeit. 2004 waren es noch 61. Alarmiert wird der Dienst in der Regel von der Polizei. Die Beräumung großer Flächen wird seit 1995 überwiegend durch private Firmen übernommen, die sich auf Kampfmittel spezialisiert haben. Überwacht und kontrolliert werden die Einsätze von Mollitor und seinen Kollegen, wie auch die Vernichtung der Sprengstoffe.
Einsätze und Spreng-Stellen sind streng geheim
Wenn ein Abtransport in eines der Lager nicht möglich ist, werden die Bomben noch vor Ort kontrolliert gesprengt. Deswegen würden viele Einsätze und Schwerpunktstellen vertraulich behandelt. Schließlich wisse man nie, was einige Menschen mit den Informationen über betroffene Bereiche anfangen.
Mehr als 200 Einsätze im 1. Halbjahr: „Und es gibt keine Anzeichen, dass es weniger wird“, versichert Mollitor. Die Chancen, dass ein Spaziergänger im Wald einen Blindgänger findet, würden auch noch in mehreren Jahren gut stehen.
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