Mo. 18. Juni 2012
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Plattdeutsch lebt von Redaktion

"Öllerhaftig" schönstes Wort 2012

Ein Mann aus Garz hatte den Sieger-Begriff eingesandt: "öllerhaftig" gewinnt im Rennen um das schönste Plattdeutsch-Wort. Aktuelle Probleme spiegeln sich in der schönsten Redensart.

Fritz Reuter
Die Fritz-Reuter-Festspiele sind vorerst gesichert.
Foto: dpa
Stavenhagen (dpa/nk)  

Der niederdeutsche Begriff „Öllerhaftig“ ist das schönste plattdeutsche Wort des Jahres 2012. Er bedeutet „altmodisch“. Eingesandt wurde dieser Vorschlag von Walter Schulz aus Graz/Rügen. In Stavenhagen treffen sich traditionell die Freunde des Niederdeutschen zu den Reuter-Festspielen.

 

Bei den weiteren Ehrungen für das beste aktuelle Wort und die schönste Redensart des Jahres spiegeln sich durchaus aktuelle Probleme wieder. So kürte eine Jury „Hus hollen“ für „Haushalten“ oder auch „Sparsam sein“ zum Sieger. Dieser Vorschlag kam von Jürgen Schossow. „Ein Thema, das derzeit alle angeht“, sagte die Leiterin des Reuter-Museums, Cornelia Nenz.

 

Bei der Redensart setzte sich „Dor hett`n Ul säten“ durch. „Das steht für "Da ist etwas anders gekommen, als gedacht war“, erläuterte Nenz. Diesen Spruch hatte Ursula Kurz eingesandt. Für den Wettbewerbwaren rund 100 Vorschläge in den drei Kategorien eingereicht worden.

 

Die Heimat des niederdeutschen Dichters

 

Stavenhagen ist als Geburtsort des Dichters Reuter (1810-1874) traditionell im Juni die „norddeutsche Plattdeutsch-Hauptstadt.“ Anlass sind die Fritz-Reuter-Festspiele, zu denen mehrere tausend Liebhaber des Plattdeutschen erwartet werden.

 

Geplant sind bis zum Abend Auftritte von Gesangs- und Schauspielensembles „up Platt“, ein Liederwettbewerb sowie ein Lesecafé mit 13 Autoren, die niederdeutsche Texte vortragen. 2012 wird das Treffen allerdings von der Insolvenz des Landesheimatverbandes überschattet, der wegen fehlender Landesmittel in wirtschaftliche Probleme geraten war. Der Landesrechnungshof wirft dem Verband vor, dem Geschäftsführer und dem Sekretariat zu hohe Gehälter gezahlt und überhöhte Spesen für Funktionäre abgerechnet zu haben.

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