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Rattengift im Hühnerstall macht Angst

VonKirsten Gehrke

Wenn Rudolf Lucht zu seinen Tieren schaut, zählt er genau nach. Noch immer ist der Täter nicht gefasst, der zwei Hennen auf dem Gewissen hat.

Quitzerow.Rudolf Lucht lässt nicht locker. Er will wissen, wer seine Hühner getötet hat. Oder war es ein Anschlag sogar gegen ihn? Seit Ende Februar schläft der Quitzerower schlecht. Es war ein Dienstag, als er morgens das Haus verließ und abends wieder zurückkam, hat er wie jeden Tag nach seinen Hühnern geschaut, zu den „weißen Zwergen“. Komisch kam es ihm vor, als zwei der Tiere noch nicht im Stall waren. Sonst gehen die immer von selbst hinein. Dann hat er am Pfeiler des Stalles ein totes weißes Huhn gefunden. Das zweite blieb verschwunden. „Ich habe dann einen Fleck gesehen und ein rosa gekörntes Zeug, das sah aus wie geschältes Müsli.“
Bei Licht am nächsten Morgen entdeckte der Rentner eine weitere Stelle im Tiergehege. Weizen und ein Gemisch mit blauer Färbung. Er rief die Polizei und erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Er deckte die Stellen ab, sicherte das Gift in einem Glas als Beweismittel. Die Polizei habe das Ganze als Sachbeschädigung aufgenommen. „Hier halte nur ich Hühner und ein paar Meter weiter die Schwiegertochter“, sagt er und glaubt, dass jemand ihn treffen wollte. Deshalb schickte er das tote Huhn zum Veterinäramt des Kreises ein. Das Tier kam ins Labor nach Rostock. Die Abteilung Tierseuchendiagnostik des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei des Landes sandte dem Quitzerower die Ergebnisse zu. Die Untersuchungen ergaben, dass die Lunge des Huhns blutdurchtränkt war.
Für das Amt sei damit der Fall erledigt, für Rudolf Lucht nicht. Schädlingsbekämpfer Rainer Herzfeldt habe ihm bestätigt, dass die Ergebnisse auf Rattengift hindeuten. Der Wirkstoff mache das Blut dünn, dringe so in den Kreislauf und man verblute innerlich. Ab 2014 dürfe nicht mehr Jeder das Gift kaufen.
Der 74-Jährige klapperte die Händler in Loitz und Demmin ab, wer diese Sorten des Giftes verkauft. Mit seinen Erkenntnissen geht er immer wieder zur Polizei. Er will nicht, dass sein Fall im Sande verläuft. Das tue es auf keinen Fall, erklärte Pressesprecherin Eike Wiehoff. „Wir nehmen das ernst und die Ermittlungen laufen.“ Allerdings sei es nicht einfach, die Herkunft des Giftes zu klären. Das Zeug könne ja auch in einer anderen Region gekauft worden sein.

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k.gehrke@nordkurier.de

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