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Razzia bei Hansa-Fans in Rostock, Anklam und Wolgast

Die Rostocker Staatsanwaltschaft geht mit einer groß angelegten Durchsuchungsaktion gegen Hansa-Fans vor.  FOTO: Bernd Wüstneck
Die Rostocker Staatsanwaltschaft geht mit einer groß angelegten Durchsuchungsaktion gegen Hansa-Fans vor. FOTO: Bernd Wüstneck

VonUwe Reißenweberunddpa

Bei Risikospielen des
FC Hansa Rostock werden bis zu 2000 Polizisten eingesetzt. Oft treffen diese auf Randalierer. Jetzt haben die Beamten Wohnungen von verdächtigen Anhän- gern in MV durchsucht.

Rostock/Schwerin.Es sind über 25 000 Fußballspiele, die pro Spieljahr in MV über die Bühne gehen: Zahlreiche davon von der Kreisklasse bis zur 3. Liga müssen von der Polizei abgesichert werden. Allein die Auslöse für eine Hundertschaft aus einem anderen Bundesland, die 24 Stunden im Einsatz ist, beträgt 60 000 Euro, soChristian Schumacher, Landes-Chef der Gewerkschaft der Polizei. Was den Steuerzahler die Einsätze pro Jahr oder pro Spiel beispielsweise von Hansa Rostock kosten, liegt indes im Dunkeln – Zahlen darüber werden nicht erhoben, so eine Sprecherin des Innenministeriums in Schwerin. „Diese Einsätze sind doch die normale Aufgabe der Polizei.“
Doch vielfach ist die Arbeit am Rande des Normalen. November 2012: Etwa 20 Angreifer überfallen bei einem Konzert in Rostock mit Baseballschlägern eine Band, die dem FC St. Pauli nahe stehen soll. Außerdem wird im gleichen Monat ein Zug mit Fans von Hertha BSC, die den Karlsruher SC bei Hansa Rostock unterstützen wollen, bei Schwaan von einer großen Gruppe Vermummter mit Steinen attackiert.
Jetzt haben Polizei sowie Staatsanwaltschaft zugeschlagen und Wohnungen gewaltbereiter Hansa-Rostock-Fans in vier Bundesländern durchsucht – mit einigen Funden. Dabei handelt es sich um Mobiltelefone, Computer, aber auch Schlagstöcke, Drogen und Pyrotechnik, wie Polizeisprecherin Yvonne Hanske in Rostock sagte. 450 Beamte hatten am Morgen 43 Wohnungen in MV, Hamburg, Berlin und Brandenburg durchsucht. Gegen 38 Tatverdächtige im Alter zwischen 20 und 40 Jahren wird wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Festgenommen wurde bei der Polizeiaktion niemand. Schwerpunkt war mit 29 Durchsuchungen Rostock, die anderen fanden in Greifswald, Wolgast, Anklam und Schwerin statt. Neun Fans wurden in den drei anderen Bundesländern aufgesucht.

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