Februar 22, 2012
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Finanzen/Haushalt von Redaktion

Rekordbürgschaft für Werfen in MV geplant

Für den Fortbestand des Schiffbaus in Mecklenburg-Vorpommern greift das Land noch tiefer in die Tasche.

Werften in MV
Werften in MV wollen angesichts anhaltender Überkapazitäten im weltweiten Schiffbau in diesem Jahr konsequent Kurs auf Angebote für neue Spezialschiffe nehmen.
Foto: dpa
Schwerin (dpa)  

Für den Fortbestand des Schiffbaus in Mecklenburg-Vorpommern greift das Land noch tiefer in die Tasche. Zur Finanzierung von Schiffsneubauten wolle die Landesregierung künftig Bürgschaften bis zur Gesamtsumme von etwa einer Milliarde Euro übernehmen, sagte Gerd Lange, Sprecher des Wirtschaftsministeriums, am Mittwoch in Schwerin.

 

Die im Etatentwurf für 2012/2013 vorgesehene Aufstockung der Finanzgarantien um etwa 300 Millionen Euro sei erforderlich, weil Banken bei Schiffbaufinanzierungen höhere Sicherheiten verlangten. Zudem fahre der Bund seine Bürgschaften für die maritime Industrie schrittweise zurück. Das mache es für die Werften im Nordosten, die sich zunehmend auf den Bau von Spezialschiffen und Ausrüstungen für Windkraftanlagen auf See orientieren, immer schwerer, neue Aufträge zu binden.

 

Seit Mitte der 1990er Jahre unterstützt das Land den Schiffbau

 

Zuletzt hatte Nordic Yards (Wismar/Warnemünde) von Siemens Energy den Auftrag zur Fertigung einer weiteren Offshore-Plattform erhalten. Baubeginn soll am 2. Mai sein. Seit Mitte der 1990er Jahre unterstützt das Land den Schiffbau indirekt durch die Übernahme von Kreditbürgschaften. Damit werden Darlehen der Werften zur Vorfinanzierung oder der Reeder beim Kauf der Schiffe abgesichert. Seit der Finanzkrise 2007 haben sich immer mehr Banken aus der Schiffbaufinanzierung zurückgezogen, andere verlangen zusätzliche Sicherheiten.

 

Nach Angaben des Finanzministeriums in Schwerin steht das Land aktuell für Schiffbau-Kredite im Umfang von 300 Millionen Euro gerade. Seit 1996 summierten sich die - zum Teil schon ausgelaufenen - Bürgschaften auf mehr als eine Milliarde Euro. Bislang habe das Land einmal für eine Kreditbesicherung einstehen und im Vorjahr rund 10 Millionen Euro zahlen müssen, sagte Ministeriumssprecher Stefan Bruhn. Seinen Angaben zufolge lässt das Land vor jeder Bürgschaftsübernahme das Bauvorhaben von einer renommierten Unternehmensprüfungsgesellschaft prüfen. Die Bürgschaften seien für die Werften zudem mit Gebühren verbunden.

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