Mi. 22. August 2012
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20 Jahre Lichtenhagen von Redaktion

Rostocker Bürgerschaft entschuldigt sich

20 Jahre nach der ausländerfeindlichen Randale von Rostock-Lichtenhagen haben sich die demokratischen Parteien der Bürgerschaft bei den Opfern entschuldigt. Die Behörden von Bund, Land und der Hansestadt Rostock hätten versagt.

Das Schild der Bushaltestelle "Lichtenhagen" in Rostock, im Hintergrund das sogenannte Sonnenblumenhaus. Mit einer Gedenkveranstaltung, Demonstrationen und Podiumsdiskussionen erinnert die Stadt an den Brandanschlag auf das Asylbewerberheim vor 20 Jahren.
Das Schild der Bushaltestelle "Lichtenhagen" in Rostock, im Hintergrund das sogenannte Sonnenblumenhaus. Mit einer Gedenkveranstaltung, Demonstrationen und Podiumsdiskussionen erinnert die Stadt an den Brandanschlag auf das Asylbewerberheim vor 20 Jahren.
Foto: Danny Gohlke (dapd)
Rostock (dpa)  

„Auch unmittelbar nach den Ereignissen erfuhren die Betroffenen Migrantinnen und Migranten und Asylsuchenden nicht die notwendige Solidarität aus der Gesellschaft“, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung. „Dafür entschuldigen wir uns und versichern: Wir haben gelernt."

Als im Sommer 1992 wochenlang Asylsuchende vor der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber campierten, entluden sich Ausländerfeindlichkeit und soziale Spannungen in Gewalt. Rechtsextreme und ein entfesselter Mob warfen Steine und Brandsätze auf das benachbarte Haus, in dem zu diesem Zeitpunkt 150 Menschen waren, davon rund 100 Vietnamesen. Aus den Fenstern schlugen Flammen, nur durch Glück wurde niemand getötet. Tausende Schaulustige klatschten den Angreifern Beifall. Bis zum Sonntag gedenkt die Hansestadt mit zahlreichen Veranstaltungen der Ausschreitungen. Am Sonntag wird auch Bundespräsident Joachim Gauck erwartet.

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