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Schläger attackieren Polizisten 600 Mal jährlich

Im Einsatz angepöbelt, angespuckt oder sogar attackiert: Die Zahl der Angriffe auf Polizisten steigt stark an.
Im Einsatz angepöbelt, angespuckt oder sogar attackiert: Die Zahl der Angriffe auf Polizisten steigt stark an.

Die zunehmende Gewalt gegen Polizisten und die Arbeitsbedingungen der Beamten stehen heute und morgen im Mittelpunkt des Landesdelegiertentages der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Rostock. „Es nimmt immer mehr zu“, schätzt kurz und knapp Noch-Landesvorsitzender Michael Silkeit ein. Man könne derzeit von etwa 600 Angriffen pro Jahr gegen Polizeibeamte ausgehen. Hinzu kämen etwa 2000  Widerstandshandlungen.

„Gerade erst am Wochenende hatten wir ja beim Fußballspiel in Torgelow wieder so eine Situation, als 188 Randalierer per Zug zurückgeschickt werden mussten“, erinnerte Silkeit. Inzwischen habe das Gewaltphänomen alle Ligen erreicht. „Aber auch in Alltagssituationen wie bei Verkehrskontrollen begegnet es uns“, sagte der Gewerkschafter. Die GdP sehe es deshalb auch als Erfolg, dass sie sich mit der Forderung durchgesetzt habe, Gewalt gegen Polizisten extra statistisch zu erfassen. Das sei früher nicht der Fall gewesen.

Neues Ziel der GdP sei es nun, mit dem Innenministerium ein Attraktivitätsprogramm für Polizeibeamte auszuarbeiten und aufzulegen. Entsprechende Verhandlungen gäbe es schon mit Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Dabei gehe es zwar auch darum, das Gewaltproblem zu bewältigen, aber ebenso um alle anderen Belastungen wie die hohe Zahl der Einsätze, ein Gesundheitsmanagement, das Altersproblem, die Arbeitsorganisation und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Caffier: Taten rigoros bestrafen

Unterstützung findet die Gewerkschaft bei Innenminister Lorenz Caffier (CDU). „Die festzustellende Zunahme der Respektlosigkeit gegenüber Amtsträgern und auch Rettungsdiensten betrachte ich mit großer Sorge und darf nicht verharmlost werden. Wer gegen Polizeibeamte Gewalt anwendet, muss wissen, dass sein Handeln rigoros verfolgt und mit aller Härte bestraft wird“, sagte er.

Silkeit, seit 1992 Chef der GdP in Mecklenburg-Vorpommern, kündigte an, nicht mehr für den Landesvorsitz zu kandidieren. Als Begründung nannte er gesundheitliche Probleme. Wahrscheinlich sei, dass sich ein jüngerer Kollege zur Wahl stelle, hieß es.

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