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Schulamt Neubrandenburg hält Lehrerstunden zurück

Zusätzliche Stunden können für gezielte Förderung genutzt werden.
Zusätzliche Stunden können für gezielte Förderung genutzt werden.

Das Schulamt Neubrandenburg knausert mit Extra-Stunden für Schulen – diesen Vorwurf erhebt die bildungspolitische Sprecherin der linken Landtagsfraktion, Simone Oldenburg. Mit einer Kleinen Anfrage ans Bildungsministerium hatte sie nachgeforscht, wie „Rundungsstunden“ für Sonderbedarf auf die Schulen verteilt werden. Diese entstehen, wenn die Berechnung des Stundenbudgets – nach der Faustregel Schüler mal Faktor X – Bruchstücke ergibt. Stellen nach dem Komma sind laut Verordnung grundsätzlich abzurunden. Diese Teile werden summiert und auf Antrag an die Schulen verteilt. „Schon das ist ein Skandal, dass Schulen beantragen müssen, was ihnen zusteht, nur weil das Ministerium es ihnen zuvor wegnimmt“, kritisiert die Abgeordnete.

In diesem Schuljahr standen 517 Wochenstunden im Rundungspool der vier Schulämter, also fast 19 Lehrerstellen. Rostock, Schwerin und Greifswald haben ihren Anteil fast vollständig vergeben, etwa für Brennpunktschulen, Förderunterricht, Klassenteilungen, Streitschlichterprogramme oder für Schülern mit besonderen Nöten. Das Amt Neubrandenburg hingegen meldete, noch all seine 78 „Rundungsstunden“ zu haben.
„Und das, obwohl die Schulen jede Extra-Stunde brauchen“, sagt Simone Oldenburg.

Nach Auskunft des Neubrandenburger Behördenleiters, Hans-Jürgen Stein, erhalte man die Stunden als „Puffer für unvorhergesehene Ereignisse“ und vergebe sie „nach Bedarf punktuell und temporär“. Wenn sich genügend Lehrer finden, sei auch der Topf am Ende leer, versichert Stein. Simone Oldenburg meldet Zweifel an. Das Schuljahr sei fast rum. Überdies gebe es auch einen Stundenpool für Notfälle im Schuljahresverlauf.

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