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Sellering will MV aus dem Lohnkeller der Nation holen

Laut und bunt wurde in Neubrandenburg und dem ganzen Land der 1. Mai gefeiert.
Laut und bunt wurde in Neubrandenburg und dem ganzen Land der 1. Mai gefeiert.

Auf Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit haben Gewerkschafter in ganz Mecklenburg-Vorpommern Forderungen nach guter Arbeit, gerechten Löhnen und sicheren Renten erhoben. Der DGB-Nord-Vorsitzender Uwe Polkaehn sprach sich auf dem Schweriner Marktplatz für einen Politikwechsel nach der Bundestagswahl mit einer neuen Ordnung der Arbeit aus. Die Wahl im Herbst stelle die Weichen dafür, ob die Bundesrepublik zur sozialen Marktwirtschaft zurückkehrt, sagte er. Die schwarz-gelbe Bundesregierung habe Deutschland zu einem Niedriglohnland gemacht. Mecklenburg-Vorpommern nannte er den „Lohnkeller der Nation“ mit Bruttolöhnen von durchschnittlich 1900 Euro, 800 Euro unter dem Bundesschnitt.

Auf der Kundgebung in Stralsund sprach sich Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) für höhere Löhne und die Rentenangleichung in Ost und West aus. „Unser Land wird im Wettbewerb mit anderen Regionen nur mithalten können, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei uns gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne vorfinden“, sagte er. Daran müssten Regierung, Wirtschaft und Gewerkschaften gemeinsam arbeiten.
Als Untergrenze müsse es einen bundesweiten Mindestlohn geben. „Niemand in Deutschland soll mit weniger als 8,50 Euro pro Stunde nach Hause gehen“, forderte Sellering.

Beim Demokratiefest in Neubrandenburg bildeten hunderte Teilnehmer eine Menschenkette gegen Rechtsextremismus. Den ganzen Tag über gab es bei dem Fest in der Innenstadt Musik, Sport und Straßentheater. Zu Mai-Veranstaltungen lud der DGB außerdem in Rostock, Güstrow, Teterow und Greifswald ein. In Waren veranstaltete das Bündnis „Wir. Erfolg braucht Vielfalt“ ein Demokratiefest, an dem sich Abgeordnete des Landtags beteiligten. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) dankte zum Tag der Arbeit den Angestellten und Unternehmern für ihren Einsatz, das Land wirtschaftlich voranzubringen. Zugleich warnte er vor „Unternehmerschelte“.
 

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