Mo. 06. August 2012
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Zu wenig Verkehr von Torsten Roth

Teure Fehlplanung auf der Autobahn

Autofahrer und Unternehmern freuen sich über schnelle Autobahnen ohne Staugefahr, Kritiker sehen in den Millionen-Investitionen in das Schnellstraßensystem in MV teure Fehlplanungen.

Autobahnen in Mecklenburg-Vorpommern
Auf den Autobahnen in Mecklenburg-Vorpommern sind weniger Fahrzeuge unterwegs als ursprünglich prognostiziert.
Foto: dpa
Neubrandenburg (roth)  

A20, A14 –  die in den vergangenen 20 Jahren neu gebauten Autobahnen sorgen zwar für gute Verkehrverbindungen. Auf beiden Strecken fahren aber deutlich weniger  Fahrzeuge als ursprünglich prognostiziert, ergab die Verkehrszählung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST).

So gehört die A14  zu den zehn Autobahnen in Deutschland mit dem geringsten Verkehrsaufkommen – zwischen dem Dreieck Schwerin an der A 24 und Schwerin-Nord sowie Jesendorf-Wismar verkehren lediglich 7200 Fahrzeuge am Tag, auf dem Abschnitt zwischen Schwerin und Jesendorf 8100 täglich.  Auch die A20 ist nur zur Hälfte ausgelastet: Statt prognostizierter 22.400 bis 59.000 Fahrzeuge täglich nutzen nur 9400  Autos nahe Pasewalk bis 31.000 Fahrzeuge Höhe Rostock die vierspurige Straße.  

Verkehrszahlen rechtfertigten keinen vierspurigen  Ausbau

Zwar sei mit dem  Lückenschluss der A14 bis Magdeburg mit mehr Verkehr zu rechnen, die Verkehrszahlen rechtfertigten dennoch keinen vierspurigen  Ausbau, kritisierte Johann-Georg Jaeger, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion die  Verkehrsplanung in MV.

Für das zu erwartende Verkehrsaufkommen würde der Bau von Ortsumgehungen und der streckenweise, zum Teil dreispurige  Ausbau bestehender Bundesstraßen  ausreichen – zu einem Viertel der Baukosten der Autobahn, errechnete der Bund für Umwelt und Natur (BUND). Der Bund geht  auf der 156 Kilometer langen Verlängerung der A14 bis Magdeburg von einem Verkehraufkommen von 16.000 Fahrzeugen täglich aus. 

Land und Bund sollten mehr in den Schienenverkehr investieren

Im Sinne des Umweltschutzes, angesichts knapper Kassen sowie stark steigender Erhaltungskosten  sollten Straßenbauer bei weniger als 25.000 Fahrzeugen pro Tag nicht an den Bau einer Autobahn denken, erklärte BUND-Verkehrexperte  Werner Reh. Jaeger zufolge gebe es in MV keine länderübergreifende Gesamtplanung: „Der Landespolitik fehlt der Blick aufs Ganze“, meinte er.  Land und Bund sollten mehr in den Schienenverkehr investieren.

Die Wirtschaft drängt indes auf schnelle Verkehrswege: Die direkte Anbindung der Region an das überregionale Verkehrsnetz verbessere die Standortbedingungen deutlich, heißt es bei den Kammern. Mit der Nord-Süd-Trasse der A 14 werde eine schnelle Verbindung bis nach Prag geschaffen, mit der die Häfen in MV besser   ans Hinterland angebunden würden.

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