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Traditionsschiff geht auf letzte Reise

Neben dem ehemaligen Hotelschiff „Georg Büchner“ im Stadthafen von Rostock liegt ein Schlepper, der es in das litauische Klaipeda bringen soll.  FOTO: Bernd Wüstneck
Neben dem ehemaligen Hotelschiff „Georg Büchner“ im Stadthafen von Rostock liegt ein Schlepper, der es in das litauische Klaipeda bringen soll. FOTO: Bernd Wüstneck

Alle Proteste und Diskussionen haben nichts genützt: Am Montag machten Arbeiter das 1952 in Dienst gestellte Schiff transportfertig. Damit ist eine monatelange, fast zermürbende Diskussion um ein für Rostock wichtiges Denkmal beendet. Aller Voraussicht nach wird das Schiff verschrottet, auch wenn Hafenkapitän Gisbert Ruhnke erklärt, dass es zunächst im litauischen Klaipeda festgemacht wird. Das Schiff war zunächst im Liniendienst zwischen Antwerpen und dem Kongo im Einsatz. 1967 wurde der Kolonialversorger an die Deutsche Seereederei in Rostock verkauft und diente dort als Ausbildungsschiff.

Jahrelang hatte der Rostocker Förderverein Traditionsschiff das Schiff bewirtschaftet. Doch 2012 sah sich der Verein gezwungen, die „Georg Büchner“ abzugeben, weil er sie nicht mehr wirtschaftlich betreiben konnte. „Es lief solange gut, wie staatliche Zuschüsse flossen“, sagte der Chef des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege, Michael Bednorz, der den Verlust des Schiffes sehr bedauert. Doch angesichts von Millionenkosten für die Restauration wurde niemand gefunden, der sich ernsthaft dafür interessierte. Die Vorsitzende der Bürgerschaftsfraktion Rostocker Bund/Graue Aufbruch 09, Sybille Bachmann, kritisierte die Stadt, die ihrer Ansicht nach schon vor Jahren hätte eingreifen müssen. Es habe auch kein Treffen der Bürgermeister von Rostock und Antwerpen gegeben, um das Interesse der Belgier genau auszuloten. Nach Worten des Insolvenzverwalters des Fördervereins, Tobias Schulze, handelt es sich bei den Käufern um eine Gesellschaft von den Seychellen. Deren Anwälte könnten aber nicht bestätigen, dass das Schiff tatsächlich verschrottet wird.

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