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Uhrendiebe nach wilder Jagd gestellt

Glückliches Ende einer Diebesnacht. Martin Sklorz präsentiert einige der gestohlenen Taschenuhren aus dem Besitz des Putbuser Uhrenmuseums.
Glückliches Ende einer Diebesnacht. Martin Sklorz präsentiert einige der gestohlenen Taschenuhren aus dem Besitz des Putbuser Uhrenmuseums.

Die Einbrecher wussten ganz genau, was sie wollten. Ausgerechnet die wertvollsten Taschenuhren, jede von ihnen ein kleines Vermögen wert, stahlen sie in der Nacht zum Donnerstag aus dem Uhrenmuseum Putbus auf Rügen. Gegen drei Uhr verschaffte sich das Trio über ein eingeschlagenes Hoffenster gewaltsam Zugang zu dem offenbar schon Tage zuvor ausspionierten kleinen Familienmuseum, das seit 13 Jahren etwa 1000 historische Chronometer präsentiert. „Zur gleichen Zeit schrillte die Alarmanlage, und meine Mutter im Obergeschoss schrie dreimal laut um Hilfe“, sagt Martin Sklorz, Sohn der Museumsinhaberin, am Tag nach dem Überfall.

Täter mit Schreckschusspistole bewaffnet

Der 46-Jährige, der mit seiner Familie im Hinterhaus lebt, ist sofort hellwach und eilt im Schlafanzug seiner Mutter zu Hilfe. „Ich bin mit dem Generalschlüssel in den Museumsflur, und da stand plötzlich vor mir in der Dunkelheit ein hoch ausgewachsener Mann mit einer schwarzen Maske“, sagt er. Sklorz, der in jungen Jahren Boxer und Fallschirmjäger war, überwältigt den mit einer Schreckschusspistole bewaffneten Einbrecher und bringt ihn zu Boden, während seine Frau die Polizei alarmiert und ein zweiter Dieb über die Besuchertoilette flüchtet. Mit der Beute aus dem zertrümmerten Schaukasten steigt er in ein wartendes Auto, dessen Fahrer sofort startet. Dem Boten eines Kurierfahrzeuges gelingt es in Putbus noch, sich das Kennzeichen zu merken.

Einbrecher stammen aus Vorpommern

Wenig später, als Sklorz der Streife den festgehaltenen Dieb übergibt, rast das Diebesduo in Stralsund durch eine Polizeisperre in Richtung Greifswald. Nach einer Verfolgungsjagd biegt ihr Opel bei Groß Petershagen auf ein Feld und bleibt schließlich in einem Entwässerungsgraben stecken. Kurz darauf nimmt die Polizei die Tatverdächtigen fest und beschlagnahmt die Beute.

Die mutmaßlichen Diebe im Alter von 22, 35 und 49 Jahren stammen aus Greifswald, Groß Kiesow und von der Insel Usedom. Keine elf Stunden nach dem Einbruch brachte die Polizei die 22 Taschenuhren ihren Besitzern nach Putbus zurück. Die Chronometer haben Wasser abbekommen, blieben ansonsten aber unbeschadet.

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