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Unternehmerpreis: Minister will Stasi-Check vorab

Schwerin.Kandidaten für den Unternehmerpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern in der Kategorie Lebenswerk sollen künftig auf eine mögliche Stasi-Vergangenheit überprüft werden. Das habe Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Montag entschieden, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Vincent Kokert. Das Umsteuern sei eine Reaktion auf die Debatte um die Verleihung des Preises an den Greifswalder Unternehmer Dietmar Enderlein in diesem Jahr. Ministeriumssprecher Gunnar Bauer drückte sich vorsichtiger aus: „Es wird ein neues Verfahren geben und wir werden darüber zu gegebener Zeit informieren“, sagte er. Enderlein, der nach der Wende von Greifswald aus die Medigreif-Gruppe mit zeitweise 1800 Mitarbeitern aufbaute, war bis 1989 Kommandeur der Militärmedizinischen Sektion in Greifswald und Stasi-Informant.
Die Opposition hatte heftige Kritik an der Auswahl des Preisträgers geübt. Dabei wurden auch Vorwürfe laut, Enderlein bezahle Teile seiner Belegschaft nicht nach Tarif, zudem gebe es nicht in jedem seiner Unternehmen einen Betriebsrat. Zu den Gründen für die Auswahl des Preisträgers Enderlein soll Minister Glawe im Wirtschaftsausschuss Auskunft geben.

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