Nordkurier.de

Viel heiße Luft ums neue Gaskraftwerk

Auf dem Gelände des stillgelegten Kernkraftwerkes Lubmin soll immer noch ein neues Kraftwerk gebaut werden.
Auf dem Gelände des stillgelegten Kernkraftwerkes Lubmin soll immer noch ein neues Kraftwerk gebaut werden.

.Keine öffentlichen Protestkundgebungen, kaum kontroverse Diskussionen: Nach neun Tagen sind in Stralsund die öffentlichen Anhörungen für ein in Lubmin geplantes Gaskraftwerk zu Ende gegangen. Der stellvertretende Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt, Ingolf Hilger, bedauerte das Fernbleiben der Umweltverbände Nabu und BUND sowie einer Bürgerinitiative. Der Sachverstand der Verbände habe gefehlt. Trotzdem zeigte sich die Behörde mit dem Ergebnis der Anhörungen zufrieden. Alle strittigen Aspekte von der Kühlwassereinleitung über die Grundwasserabsenkung bis hin zu den Auswirkungen des geplanten 1800-Megawatt-Kraftwerks auf Mensch, Tier- und Pflanzenwelt seien diskutiert worden. Im Genehmigungsverfahren gingen bislang rund 570 Einwendungen ein.

Die EWN, Rechtsnachfolger des stillgelegten Kernkraftwerks in Lubmin, hatten 2010 nach dem Rückzug des Kohlekraftwerksinvestors Dong Energy dessen Rumpfplanungen übernommen. Sie wollen die überarbeiteten Planungen nach deren Genehmigung verkaufen. Bislang gibt es keinen Investor.

Kritiker bezweifelten bei den Anhörungen, dass dieses Verfahren europäischem Recht entspricht. Zudem sei die Versorgungssicherheit und Regelbarkeit der Energieerzeugung deutlich besser mit kleineren Kraftwerken in Ballungszentren erreicht werden können. Bemängelt wurden auch die fehlende Kraft-Wärme-Kopplung in Lubmin und die Erwärmung des Greifswalder Boddens.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×