
| Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen |
von Redaktion
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Die Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen in Mecklenburg-Vorpommern ist unzufrieden mit dem Stand der Aufarbeitung der DDR-Geschichte. Das Debakel um die Verleihung des diesjährigen Gillhoff-Preises für niederdeutsche Literatur offenbare erneut die bis heute andauernde Verharmlosung der SED-Diktatur, sagte Marita Pagels-Heineking gestern in Schwerin. Sie forderte die Gillhoff-Gesellschaft mit Sitz in Glaisin bei Ludwigslust auf, sich mit der DDR-Geschichte auseinanderzusetzen. Auch wenn der nominierte Preisträger auf Grund des großen öffentlichen Drucks auf die Preisverleihung verzichtet habe, könne es für die Gesellschaft kein einfaches „Weiter so“ geben.
Bis zuletzt hatte der Vorstand der Johannes-Gillhoff-Gesellschaft an seinen Plänen festgehalten, den renommierten Preis an Jürgen Rogge zu verleihen. Rogge war in den 1970er- und 80er -Jahren Leiter der psychiatrischen Abteilung des Haftkrankenhauses Leipzig und IM im besonderen Einsatz. In seiner Funktion habe Rogge seine ärztliche Schweigepflicht verletzt, erinnerte Pagels-Heineking. Ihr sächsischer Kollege Lutz Rathenow betonte, Rogges Tätigkeit sei per se eine gewesen, bei der eng mit der Staatssicherheit bei der Zersetzung von Menschen zusammengearbeitet wurde.
Marita Pagels-Heineking erklärte: „Über zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer müssen wir uns fragen, weshalb die Machenschaften der SED-Diktatur immer noch verharmlost werden.“ Nicht nur der Vorstand der Gillhoff-Gesellschaft bleibe aufgefordert, sich mit der eigenen Rolle in der Diktatur auseinanderzusetzen.
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