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Werftler zwischen Hoffnung und Sorge

Ihre Stimmung schwankt zwischen Hoffnung und Unsicherheit: Schiffbauer Rene Hartwig (37) ist seit 20 Jahren im Unternehmen. Als Urgestein gilt Klaus Gaßner (52).  FOTO: Ralph Sommer
Ihre Stimmung schwankt zwischen Hoffnung und Unsicherheit: Schiffbauer Rene Hartwig (37) ist seit 20 Jahren im Unternehmen. Als Urgestein gilt Klaus Gaßner (52). FOTO: Ralph Sommer

VonRalph Sommer

Flaggenwechsel auf der Peene-Werft: Der letzte Schiffsneubau unter dem Dach von P+S wird an die schwedische Küstenwache übergeben.

WolgastEine schlicht gehaltene Schiffübergabe hat am Freitag auf der Peene-Werft das P+S-Kapitel in Wolgast endgültig beendet. Mit einem deutsch-schwedischen Flaggenwechsel an Bord des neuen Küstenwachschiffs KBV 034 haben die Schiffbauer vier Tage vor der Werftübernahme durch die Bremer Lürssen-Gruppe am Peenestrom ihren vorerst letzten Schiffsneubau verabschiedet. Das 52 Meter lange Spezialschiff gehört zu einer Serie von vier Patrouillenschiffen mit einem Auftragsvolumen über 90 Millionen Euro.
Nach der Auslieferung des Küstenschiffes ist der Schiffsneubau in Wolgast erst einmal weitgehend zum Erliegen gekommen. Neben der Reparatur einiger Schlepper, Marine- und Behördenschiffe liegen der Werft zunächst keine neuen Aufträge vor. Alle Hoffnungen richteten sich jetzt auf die Lürssen-Werft, sagte Betriebsratschef Carsten Frick. „Die Stimmung in unserer Belegschaft schwankt wenige Tage vor dem Eignerwechsel zwischen Optimismus und Unsicherheit.“ Schiffbauer Klaus Gaßner, der seit 37 Jahren auf der Peene-Werft arbeitet, sagte, man warte jetzt gespannt auf den 2. Mai, an dem der neue Werfteigentümer in Wolgast seine Pläne vorstellen wolle. „Wir denken, dass die Werft auch künftig mit ihrem Knowhow im Marineschiffbau punkten wird.“
„Der Fortbestand des Betriebes ist zwar gesichert“, sagte Schiffbauer Rene Hartwig. Ebenso sei aber auch klar, dass nicht jeder der einst 800 Peene-Werftler seinen Job behalten werde. Lürssen habe zunächst für 360 Kollegen Arbeitsplatzgarantien angekündigt. „Wir werden zum 1. Mai erst mal in die Transfergesellschaft wechseln und sehen, wer von uns eine neue Chance bekommt.“
Lürssen hatte sich im Dezember 2012 mit Insolvenzverwalter Bertold Brinkmann darauf geeinigt, die Peene-Werft zum 1. Mai dieses Jahres zum Preis von 17 Millionen Euro zu übernehmen. Den Plänen zufolge soll die Produktion im Mai schrittweise wieder hochgefahren werden. Insider gehen davon aus, dass zunächst der Bau eines Vorschiffes für eine dritte Fregatte begonnen wird.

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