
| Geld für Erneuerung der Bestände fehlt |
von Redaktion
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Bibliotheksnutzer in den ländlichen Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns müssen auf den neuesten Bestseller oft längere Zeit warten. Die Büchereien auf dem Land haben nicht genügend Geld für die Erneuerung ihrer Bestände. Ziel sei, dass Bibliotheken jährlich zehn Prozent ihrer Bücher erneuern, sagte Heidrun Hamann vom Vorstand des Bibliotheksverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Am Mittwoch (24. Oktober) wird bundesweit der Tag der Bibliotheken begangen.
Im Nordosten wird die angestrebte Erneuerungsquote nur in Rostock erreicht, wie aus der aktuellen Statistik des Verbandes hervorgeht. Dort betrug sie im vergangenen Jahr 16,5 Prozent, nach 18,9 Prozent im Jahr 2010. In Schwerin waren es 2011 immerhin 9 Prozent, nach 8,8 Prozent im Jahr davor. In den Landkreisen sieht es deutlich schlechter aus: Die Quoten reichten 2011 von sieben Prozent in Nordwestmecklenburg bis zu lediglich 4,7 Prozent im Landkreis Ludwigslust-Parchim.
„Je ländlicher es wird, desto weniger haben einen Online-Katalog“
Auch die modernen E-Books, elektronischen Zeitungen und digitalen Hörbücher kann längst noch nicht jede Bibliothek ihren Nutzern auf den heimischen Computer schicken. „Man bestellt im Internet, bekommt das E-Book oder Hörbuch auf elektronischem Weg nach Hause und nach einer gewissen Zeit erlischt die Datei. Das ist sehr komfortabel“, sagte der geschäftsführende Vorsitzende des Bibliotheksverbandes, Frank Pille. Voraussetzung dafür sei, dass die Bibliothek eine Internetseite und ihren Bestandskatalog online hat. „Je ländlicher es wird, desto weniger Bibliotheken haben einen Online-Katalog“, bedauerte Pille.
Gerade auf dem Land mit seinen langen Wegen sei die Onleihe, die Ausleihe via Internet, zukunftsweisend. Solch ein Projekt koste allerdings Geld. Die Leiterin der Schweriner Stadtbibliothek Heidrun Hamann wies darauf hin, dass jeder Bewohner des Landes die bereits vorhandenen Onleihe-Angebote nutzen kann. „Der ländliche Raum ist nicht ausgeschlossen“, betonte sie. Man müsse sich aber persönlich in einer Bibliothek mit Onleihe-Angebot anmelden. Eine reine Online-Anmeldung gebe es noch nicht.
„Die Onleihe wird gut genutzt“
Die Onleihe bieten bisher die Stadtbibliothek Neubrandenburg sowie, jeweils im Verbund, die Bibliotheken Schwerin und Wismar sowie die in Greifswald, Wolgast, Bergen und Stralsund an. „Die Onleihe wird gut genutzt“, berichtete Heidrun Hamann, die die Stadtbibliothek Schwerin leitet. Allein in der Landeshauptstadt verdoppele sich die Ausleihe auf elektronischem Weg bisher jedes Jahr. 2011 seien 5000 Onleihen gezählt worden, in diesem Jahr werde mit 10.000 gerechnet. Dass auch kleine Bibliotheken eines Tages die Onleihe anbieten können, wird vorbereitet.
Die Landesfachstelle der öffentlichen Bibliotheken in Mecklenburg-Vorpommern unterstütze die Einrichtungen bei der Erstellung ihrer Online-Kataloge, sagte Ursula Windisch von der Fachstelle in Rostock. „Das ist eine wichtige Voraussetzung.“
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