Dezember 22, 2011
Drucken 
Leserhilfswerk von Rita Hidde

Freude über Fahrrad und Waschmaschine

Spenden aus dem Leserhilfswerk haben in den vergangenen Wochen vielen Bedürftigen in schwierigen Situationen geholfen, ihnen eine kleine Freude gebracht und auch Mut gemacht.

Neubrandenburg (nk)  

Joachim R. kann es noch immer kaum fassen. Sein großer Traum von einem dreirädrigen Fahrrad ist wahr geworden. Endlich könne er wieder eine etwas weitere Strecke allein zurücklegen – und vielleicht sogar irgendwann seinen Bruder besuchen, der keine vier Kilometer entfernt in einem Dorf wohnt, freut sich der 60-jährige Mann. Wie gern ist er früher Fahrrad gefahren, bis zu 6000 Kilometer im Jahr. Doch nach einer Hirnblutung, Schlaganfall und Herzinfarkt hatte sich sein Leben völlig verändert. Der einst so lebenslustige und hilfsbereite Mann ist nun selbst auf fremde Hilfe und auf den Rollator angewiesen. Ein dreirädriges Fahrrad konnte er sich von seiner kleinen Rente einfach nicht leisten.

 


Auch für die 31-jährige Vera S. wird jetzt vieles einfacher – dank des Fahrrades, das sie durch Leserspenden erhielt. Die gelernte Tierwirtin lebt mit ihren drei Kindern allein, nachdem ihr Mann sie verlassen hat. Um wieder ins Berufsleben einsteigen zu können, absolviert sie zurzeit eine Ausbildung im Pflegebereich. Doch um morgens zur Praktikumsstelle zu kommen, ist sie eine Stunde zu Fuß unterwegs, zunächst um die Kinder in Kita und Hort zu bringen, dann weiter zur Arbeit. Mit einem Fahrrad sei das alles leichter und schneller zu schaffen, meinte sie. Doch das zusammenzusparen, war für die so umsichtige und bescheidene Frau einfach nicht möglich.

 


Groß war die Freude bei Christoph H. Der 23-Jährige ist seit seiner Geburt körperlich schwerstbehindert. Er lebt jetzt in einem Wohnheim des Lebenshilfe e.V. Trotz Arbeit in einer Behindertenwerkstatt bleibt ihm nur ein Taschengeld. Er hatte sich seit langem einen Reha-Sessel gewünscht, in den er vom Rollstuhl aus und wieder zurück allein gelangt – ohne fremde Hilfe. Die Krankenkasse lehnte eine Kostenübernahme ab und allein konnte Christoph H. so einen Sessel nicht bezahlen.

 


Von diesen und weiteren Schicksalen von Menschen in unserer Region berichteten wir in den vergangenen Wochen. Viele Leser fühlten sich davon berührt und überwiesen eine Spende auf das Konto des Leserhilfswerkes. Viele Leser meldeten sich zudem direkt in unserer Redaktion und boten spontane Hilfe an. Firmen, Vereine und Schulen zeigten mit unterschiedlichen Aktionen zugunsten des Leserhilfswerkes ihre Anteilnahme. So gingen auf den Spendenkonten bislang über 89 600 Euro ein.

 


Dadurch war es möglich, nicht nur den Bedürftigen zu helfen, über die in der Zeitung zu lesen war, sondern auch vielen anderen, die durch Arbeitslosigkeit, Krankheit und Schicksalsschläge in sehr schwierige Situationen geraten sind. Zu ihnen gehört die 38-Jährige Anke W. Die frühere Krankenpflegehelferin lebt seit dem Tod ihres Mannes mit ihrer Tochter allein. Viele Jahre war sie arbeitslos und bekam Arbeitslosengeld II, ehe sie vor wenigen Monaten eine Stelle als sogenannte geringfügig Beschäftigte bekam. Darüber ist sie zwar sehr froh, doch viel mehr Geld hat sie dennoch nicht zur Verfügung. Vor einigen Wochen ging die Waschmaschine kaputt. Erspartes, um sich eine neue Maschine zu kaufen, hat sie nicht. Einen Kredit bekam sie nicht, weil sie nach einem Umzug eine andere Ratenverpflichtung eingehen musste. Dank Leserspenden bekam sie nun eine neue Waschmaschine.

 


Dankbar für die Leserhilfe war auch der 50-jährige Klaus J. Der gelernte Agrotechniker schlug sich in unterschiedlichen Jobs durch. Doch dann verließ ihn das Glück. Alle seine Bemühungen um neue Arbeit blieben vergeblich. Letztlich half er ehrenamtlich bei der Tafel in seiner Stadt. Inzwischen hat er einen Mini-Job. Sein Einkommen ist allerdings so gering, dass es durch Arbeitslosengeld II ergänzt wird. Seit zwei Jahren lebt sein neunjähriger Sohn bei ihm. Der Junge ist der ganze Stolz von Klaus J. Trotz aller Sparsamkeit konnte er dem Sohn jedoch den dringend nötigen neuen Schreibtisch nicht kaufen.

 


Freude, Erleichterung und herzliche Dankbarkeit erlebten Mitarbeiter der Kurierverlagsgruppe immer wieder bei der Übergabe der Spenden. So manchem gab diese Hilfe zugleich neuen Mut und das Gefühl, mit seinen Sorgen nicht vergessen zu sein. In einem Dankesbrief an das Hilfswerk heißt es: „Sie tun ,Großes’ damit, dass Ihnen die ,Kleinen’ wichtig sind, die mit ihren Alltagssorgen viel zu oft übersehen und an den Rand gedrängt werden.“ Das Leserhilfswerk soll es auch künftig geben – nicht nur zu Weihnachten.
 

Die Spendenkonten
Deutsche Bank
Konto-Nummer 4 021 010
Bankleitzahl 130 700 00

v Sparkasse Neubrandenburg- Demmin:
Konto-Nummer 3010 402 600
Bankleitzahl 150 502 00


Raiffeisenbank Mecklenburger Seenplatte eG:
Konto-Nummer 164 33 04
Bankleitzahl 150 616 18
Empfänger
Hilfswerk Kurierverlag e.V.
Bookmark and Share
Unsere Themen zum: Zeitgeschehen