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Die sieben schlimmsten Smartphone-Sünden

Wird bei Popkonzerten eigentlich noch geklatscht? Auf diesem Konzert von David Guetta 2012 wohl eher nicht.
Wird bei Popkonzerten eigentlich noch geklatscht? Auf diesem Konzert von David Guetta 2012 wohl eher nicht.

Das Smartphone scheint Standard zu werden und ist für viele im Alltag unverzichtbar. Mancher hat eine quasireligiöse Beziehung zu dem kleinen Gerät in seiner Tasche. Da liegt es nahe, dass man auch falsch handeln kann. Sieben sogenannte Smartphone-Sünden – mit Ironie an den Todsünden orientiert:

Hochmut: Gemeint ist der vom Smartphone verstärkte Übermut gegenüber alter Technik. Vor allem das Festnetz scheint kulturell abgemeldet zu sein. Ruft ja sowieso nur noch Mama drauf an. Oder nervige Werbefirmen. Die Ära des Festnetzes war die Zeit, als man Telefonnummern noch auswendig kannte. Heute gibt man neuen Bekanntschaften sein Facebook-Profil. Doch in Zeiten des Festnetzes lief man wenigstens nicht Gefahr, überfahren zu werden, weil man mit starrem Blick aufs Handy über die Straße lief.

Geiz: Gemeint ist die über triebene Lust am Schnäppchen mittels App. Viele gehen zwar zum Anprobieren von Klamotten ins Geschäft, bestellen dann aber lieber günstiger im Internet. Mancher macht noch im Geschäft mit Barcode-Scanner den Preisvergleich. Wenn das alle machen, gibt es bald kein Shoppen und Bummeln mehr, sondern nur noch Online-Handel und Postdienste. Die Geiz-ist-geil-Mentalität lässt Innenstädte zur Kapitalismuskulisse werden.
Wollust: Gemeint ist die Sammelwut neuer Reize mit dem Smartphone. Früher gab es das Klischee vom Japaner, der seinen Urlaub nur durch die Kamera sieht und die Ferien erst zu Hause mit Hilfe von Filmen und Fotos „erlebt“. Heute ist das ein Massenphänomen. Bei Popkonzerten zum Beispiel hat kaum noch jemand die Hände frei zum Klatschen. Leuchtende Displays überall. Die Musiker schauen statt auf ein Meer von Feuerzeugen auf ein Feld von Handys.

Zorn: Gemeint ist die provozierte Wut, wenn man sein Handy wichtiger nimmt als Menschen, die gerade bei einem sind. Wer in einem persönlichen Gespräch immer aufs Smartphone linst und damit signalisiert, dass er in Gedanken ganz woanders ist, kann bei seinem Gegenüber Zorn erzeugen. Das Schlimme am Smartphone ist die Vergrößerung der Welt. Viele verfallen der grotesken Angst, etwas zu verpassen.

Völlerei: Gemeint ist die Maßlosigkeit bei der Benutzung all der schönen Smartphone-Anwendungen. Viele bekommen den Hals nicht voll, seien es Computerspiele, Chats oder tatsächlich Telefonate, die gerne laut und
störend in der Bahn oder im Restaurant geführt werden. Mit dem Alleskönner in der Tasche kann man in sozialen Netzwerken auch immer sofort kommentieren – oft leider unüberlegt und fies. Hauptsache, niemals einfach mal die Klappe oder die Hände still halten.

Neid: Gemeint ist die Reaktion auf die vielen abrufbaren Neuigkeiten aus dem Freundeskreis. Soziale Netzwerke wie Facebook verstärken das Nicht-Gönnen-Können. Schuld sind die fast durchweg positiven Nachrichten, die die „Freunde“ posten. Urlaubsbilder, berufliche Erfolge. Um negative Gefühle wettzumachen, wird mit eigenen Erfolgsgeschichten reagiert – so dreht sich die „Neidspirale“ weiter.

Trägheit: Gemeint ist die Bequemlichkeit, sich nichts mehr merken zu müssen, weil man ja den leistungsstarken Taschencomputer immer bei sich trägt. In Gesprächen wird einfach gegoogelt, wenn keiner weiter weiß. Heute kann man auch einfach losfahren, ohne vorher lange zu planen. Verabredungen sind nur noch grob nötig. Wir finden uns dann schon. Das ist einerseits ganz wunderbar, andererseits ersetzt Verpeiltheit die gute alte
Verlässlichkeit.

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