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In Tützpatz wird das Netz löchrig

Non-Onliner -Atlas Deutschland
Non-Onliner -Atlas Deutschland

Zwischen München und Hamburg gibt es viele schnelle Wege ins Netz. Auf dem flachen Land werden Web-Surfer immer weiter abgehängt. Kein Wunder, dass MV und Brandenburg beim Anteil ihrer Onliner auf den Abstiegsplätzen liegen. Die Internetnutzung in Deutschland stagniert. In fast allen Bundesländern auf hohem Niveau.

Gegenwärtig nutzen einer aktuellen Umfrage von TNS Infratest zufolge 76,5 Prozent der Deutschen über 14 Jahren regelmäßig das Internet. Das sind 0,9 Prozentpunkte mehr als 2012. Der Anteil der „Onliner“ hat sich damit seit Beginn des „(N)Onliner-Atlas“ im Jahr 2001 mehr als verdoppelt, wie die in dieser Woche von der Initiative D21 vorgestellten Zahlen zeigen. Gleichzeitig werden die gut 20 Prozent der Bevölkerung, die sich noch nicht im Internet tummeln, auch künftig kaum online gehen.

16,5 Millionen Deutsche wollen mit dem Internet nichts zu tun haben

Die als „Außenstehende Skeptiker“ Bezeichneten (siehe Grafik) kommen aus ländlichen Räumen, gehören der älteren Generation an sind meist wenig technikaffin und besonders oft Frauen. Es sind oft die, die auch beruflich das Internet nicht nutzten oder sich sehr um ihre persönlichen Daten sorgen, stehen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg außerhalb der größeren Städte außerdem immer noch gar keine Breitbandzugänge zum Datennetz zur Verfügung.

Je näher man sich an Orte wie Tützpatz, Hintersee oder Boitzenburg in der Uckermark heranzoomt, umso löchriger wird das Netz. Es gibt 16,5 Millionen Deutsche, die mit dem Internet nichts zu tun haben möchten. Diese „überzeugten Offliner“ seien kaum zu bekehren, zeigt die Studie.

Die Initiative D21 führt eine neue Kennzahl für die Digitalisierung Deutschlands ein. Die soll widerspiegeln, wie häufig und sicher Menschen sich im Netz bewegen. „Bei sehr vielen Deutschen ist die digitale Nutzung auf drei Komponenten beschränkt: Google, Word und E-Mail“, sagt Robert Wieland, der Geschäftsführer TNS Infratest GmbH, die die Studie durchgeführt hat. „Die Vielschichtigkeit des Internets wird häufig nicht erkannt.“ MV bekommt den Wert 44,1 und liegt damit vor Sachsen-Anhalt (40,5) auf dem vorletzten Platz im Bundesvergleich. Brandenburg kommt auf Platz 13 (45,9).

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