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Telefonieren mit Bild: Dank Skype kostenlos!

Ein Mann sitzt mit einem Headset vor einem Computerbildschirm und nutzt Skype, ein Programm, das unter anderem Internet-Telefonie ermöglicht.
Ein Mann sitzt mit einem Headset vor einem Computerbildschirm und nutzt Skype, ein Programm, das unter anderem Internet-Telefonie ermöglicht.

Mit neuen Ideen die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen: Das war die Absicht des schwedischen Software-Entwicklers Niklas Zennström, als er sich im Sommer 2002 mit dem zehn Jahre jüngeren Dänen Janus Friis in einem Park in Kopenhagen traf. Beide hatten mit der Musiktauschbörse Kazaa für einigen Wirbel gesorgt und wollten nun ein neues Projekt auf die Beine stellen, für das Telefonieren über das Internet.

Wie bei Kazaa vertrauten sie dabei der Peer-to-Peer-Technik (P2P): Die Vernetzung vieler tausend Computer ist nicht nur billiger als die Anschaffung eigener Server, sie bietet auch Schutz gegen Eingriffe von außen. „Wir arbeiten jetzt an einem Projekt namens Skyper“, sagte Friis Ende 2002 in einem Interview der dänischen Zeitung „Politiken“. „Wir glauben, es hat das Potenzial, so groß wie Kazaa zu werden.“

Vor zehn Jahren startete Skype

Der Name soll eine Ableitung sein von „Sky Peer to Peer“. Aus Skyper wurde Skype. Und es wurde viel größer als Kazaa, das es heute nicht mehr gibt. Allerdings waren die ersten Schritte ziemlich zäh. Vor zehn Jahren, am 23. April 2003, registrierten Zennström und Friis die Internet-Adressen skype.com und skype.net. Um die Programmierung kümmerte sich vor allem Ahti Heinla in Estland.

Skype bot im Vergleich zu ähnlichen Diensten eine bessere Sprachqualität und eine sehr einfache Einrichtung. Die Kommunikation über Skype – sowohl im Text, als auch in der Sprach- und Videoübertragung – ist verschlüsselt. Früher soll Skype deswegen bevorzugt auch von Personen genutzt worden sein, die ihre Kommunikation abhörsicher halten wollten. In den Datenschutzrichtlinien wird aber inzwischen darauf hingewiesen, dass das Unternehmen Justiz- oder Strafvollzugsbehörden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt.

In der ersten Woche nach dem Start 2003 wurde die Skype-Software 60.000 Mal heruntergeladen. Zeitweise waren die Server für Registrierung und Download von der Nachfrage überwältigt. Der Erfolg veränderte die Telekommunikationsbranche.

Plattform heute täglich mehr als zwei Milliarden Minuten genutzt

„In einigen europäischen Ländern erlauben es die Netzbetreiber den Anwendern nicht, Skype zu nutzen“, klagte 2009 der bei Skype für Regulierungsfragen zuständige Manager Jean-Jacques Sahel. Er kritisiert damals die Deutsche Telekom, deren Tochter T-Mobile für VoIP in seinem Mobilfunknetz eine zusätzliche Gebühr verlangte.

Anfang April meldete Skype einen Nutzungsrekord: Die Plattform werde täglich mehr als zwei Milliarden Minuten lang zum Chatten und Telefonieren genutzt, teilte Skype-Chef Tony Bates mit. Skype habe sich als tägliches Kommunikationsmedium etabliert. Die Plattform wird nach eigenen Angaben monatlich von mehr als 300 Millionen Menschen aktiv genutzt. In Spitzenzeiten sind 50 Millionen Nutzer gleichzeitig über Skype verbunden.

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