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Blauer Fleck als Warnsignal

Dieses Bild mit dem Schriftzug „Help“ (Hilfe) hängt im Gebäude des Kindernotdienstes in Berlin [KT_CREDIT] FOTO: Soeren Stache
Dieses Bild mit dem Schriftzug „Help“ (Hilfe) hängt im Gebäude des Kindernotdienstes in Berlin [KT_CREDIT] FOTO: Soeren Stache

Ein Kind mit einem blauen Fleck sitzt beim Kinderarzt. Der Arzt fragt sich: Kommt der blaue Fleck vom Toben? Oder hat ein Erwachsener das Kind geschlagen? Kinder zu schlagen, ist einfach nur fies. Ganz egal, was das Kind gemacht hat. Erwachsene dürfen es nicht hauen oder ihm andere Gewalt antun! Manche machen es trotzdem und versuchen danach, die Sache zu verheimlichen.
Erwachsene wissen, dass sie nicht schlagen dürfen. Manche schämen sich vielleicht. Damit keiner von der Gewalt erfährt, denken sie sich etwas aus wie: Das Kind sei eine Treppe heruntergefallen. Oder der Bruder oder die Schwester ist schuld. Und auch die Kinder sagen meist nichts. Ältere schämen sich oft, sagt Expertin Anette
Debertin. Dabei wäre es wichtig, dass sie sich jemandem anvertrauen.
Anette Debertin wünscht sich deshalb: Kinderärzte sollten noch mehr darauf achten, ob ihre Patienten Opfer von Gewalt geworden sind. Damit Ärzte das besser erkennen, haben Experten eine Art Heft vorgestellt. Das gibt es im Internet und darin finden Ärzte auch Tipps, worauf zu achten ist. Nicht jeder blaue Fleck kommt ja von einer bösen Tat. „Blaue Flecken am Knie, am Schienbein, am Ellenbogen – das kann durchaus beim Toben passiert sein“, erklärt die Expertin.
Im Internet gibt es auch Beratungsstellen, zum Beispiel bei www.jugend-notmail.de. Dort müssen Kinder, die Rat suchen, ihren Namen nicht verraten.

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