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Das Lenkrad fest im Griff

Einen Bus zu lenken, ist nur eine von vielen Aufgaben, die Thomas Paulitz für den Beruf als Fachkraft im Fahrbetrieb lernen muss.
Einen Bus zu lenken, ist nur eine von vielen Aufgaben, die Thomas Paulitz für den Beruf als Fachkraft im Fahrbetrieb lernen muss.

Weißes Hemd, gestreifte Krawatte und ein freundliches Lächeln im Gesicht, so können die Fahrgäste des Neubrandenburger Stadtverkehrs Thomas Paulitz hinterm Steuer erleben. Seit Januar lenkt der 30-Jährige als Azubi Linienbusse durch die Vier-Tore-Stadt. An diesen Beruf habe er erst gar nicht gedacht, gibt der gelernte Steuerfachangestellte ehrlich zu. „Nach acht Jahren als Zeitsoldat wollte ich mich beruflich neu orientieren und stolperte im Internet über die Stellenanzeige der Stadtwerke“, erzählt er.

„Fachkraft im Fahrbetrieb – was ist denn das?“ Schnell waren Informationen eingeholt und sein Interesse geweckt. „Das ist es, was ich will“, sagte er sich und schickte die Bewerbung ab. Die Stellenbeschreibung versprach Vielseitigkeit und genau die erlebt der zweifache Familienvater seit September 2012 bei den Neubrandenburger Verkehrsbetrieben, einem Tochterunternehmen der Stadtwerke. Hier wird übrigens zum ersten Mal in diesem Beruf ausgebildet. Doch schon im September werden neue Azubis erwartet.

Seine Ausbildung startete Thomas Paulitz in der Werkstatt. Dort hat er die technischen Handfertigkeiten erlernt, die man zum Führen eines Busses braucht. Aber auch Räder wechseln und kleinere Reparaturarbeiten gehörten zum praktischen Übungsprogramm. Außerdem stand das Lernen für die Bus-Führerscheinprüfung im Mittelpunkt. Seine erste Fahrt mit dem 18 Meter langen „Schlenki“ wird er wohl nie vergessen. „Es war aufregend und eine große Herausforderung“, gesteht er. Schließlich habe man eine hohe Verantwortung. „Die Fahrgäste, darunter viele Kinder, vertrauen uns und wollen sicher zur Arbeit oder zur Schule kommen.“

Fahrkartenverkauf und Beratung

Neben dem Fahren eines Busses müssen Fachkräfte im Fahrbetrieb aber noch viel mehr können. Sie verkaufen Fahrkarten, beraten die Fahrgäste zu Fahrpreisen und Busverbindungen und stehen ihnen helfend zur Seite. Ein weiteres Aufgabenfeld ist die Einsatzzentrale. Dort hat Thomas Paulitz schon als „Chef vom Dienst“ gearbeitet. Und auch das rechnergestützte Betriebsleitsystem, das der ständigen Überwachung des pünktlichen Linienverkehrs dient, wird er noch ausführlich kennenlernen. Im 2. Lehrjahr steht das Erstellen von Fahrplänen auf dem Stundenplan und wie man Fahrpläne ändert, beispielsweise bei zeitweiligen Baustellen, was in Neubrandenburg des Öfteren der Fall ist.

Die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb dauert insgesamt drei Jahre und ist dual gegliedert. In der Berufsschule in Güstrow findet die theoretische Ausbildung statt. Zu den Lernfeldern, die dort vermittelt werden, gehören beispielsweise gesetzliche Vorschriften, wie man mit Kunden umgeht, wie kostenbewusst gehandelt wird und Fahrzeuge sicher und kundenfreundlich geführt werden. Auch Deutsch und Englisch stehen auf dem Stundenplan. Beim Thema Englisch muss Thomas Paulitz schmunzeln. Er erinnert sich an eine Fahrt, bei der sich eine englischsprachige Touristin bei ihm nach einem Weg erkundigte. Da er glaubte, sich nicht richtig ausdrücken zu können, bat er die Frau vorne Platz zu nehmen und sagte ihr an der entsprechenden Station Bescheid. Grund genug für ihn, auch an diesen Kenntnissen zu feilen.

Auf die Frage, was ihm bisher am besten gefalle, sagt er, ohne lange zu überlegen: „der Umgang mit den Menschen und das Busfahren“. Und voller Zuversicht fügt er hinzu, dass er froh ist, einen Beruf gefunden zu haben, der ihn fordert und ihm Spaß macht.
 

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