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Ex-Fußballer soll lahmen Puma wieder fit machen

Herzogenaurach.Björn Gulden ist schon viel herumgekommen. Nach Stationen in den USA und Dänemark zieht es den in der Schweiz geborenen Norweger nun zum wiederholten Male ins beschauliche Franken: Von Juli an sitzt der 47-Jährige auf dem Chefsessel des Sportartikelherstellers Puma, wie das MDax-Unternehmen mitteilte. Nur wenige Kilometer entfernt von seiner neuen Wirkungsstätte verdiente Gulden als junger Mann sein erstes Geld – als Fußballprofi beim 1. FC Nürnberg. Später arbeitete er bei Pumas Lokalrivalen Adidas.
Die Welt des Fußballs ist Gulden also vertraut. Das wird ihm bei seinem neuen Job zugutekommen: Fußballartikel sind einer der wichtigsten Umsatzbringer für Puma. Dennoch wird Gulden auch seine Managementkenntnisse brauchen: Im vergangenen Jahr hat der Konzern einen schmerzhaften Gewinneinbruch erlitten.
Nachdem Puma über Jahre rasant gewachsen war, liefen die Kosten aus dem Ruder. Aber auch die Schuhe und Klamotten des fränkischen Herstellers kamen bei den Sportfans nicht mehr so gut an. Erfolgreiche neue Produkte aber sind entscheidend in der Branche, die stark innovationsgetrieben ist. Guldens Vorgänger Franz Koch hatte die Produktentwicklung deshalb zur Chefsache gemacht – und einen Konzernumbau angestoßen, der viele Millionen Euro verschlang. Die Kollektion wurde um 30 Prozent ausgedünnt, auch bei den eigenen Shops gab es einen Aderlass. Trotzdem musste er gehen. Viel Zeit zum Einarbeiten bleibt Gulden nicht. Bereits jetzt müssen die Entscheidungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien getroffen werden. Und Großaktionär PPR dürfte schnelle Ergebnisse erwarten, nach dem Gewinneinbruch um rund 70 Prozent.

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