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Familienalltag ohne „Rollenspiel“

Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern das Essen zubereiten. Stehen auch Vater und Sohn mit am Küchentisch, kann es helfen  die Geschlechterklischees aufzubrechen.
Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern das Essen zubereiten. Stehen auch Vater und Sohn mit am Küchentisch, kann es helfen die Geschlechterklischees aufzubrechen.

In den meisten Familien sind die Aufgaben im Haushalt klar verteilt: Während Mama kocht, wechselt Papa die Glühbirnen und repariert die Fahrräder. „Viele Eltern leben ihren Kindern ein traditionelles Rollenverhalten vor“, sagt Lore Funk von der Koordinierungsstelle für den Boys‘ und Girls‘ Day in Bielefeld.
Es sei aber wichtig, die Geschlechterklischees aufzubrechen. „Auch Mütter sollten mal den Fahrradreifen wechseln“, rät Funk. „Wenn sie nicht wissen, wie das geht, können sie es ja mit ihrer Tochter zusammen lernen.“ Und Väter könnten ebenso das Abendessen vorbereiten, um den Sohn zum Kochen zu animieren. Was Mutter und Vater im Alltag tun, könne die spätere Berufswahl der Kinder beeinflussen – und Mädchen beispielsweise davon abhalten, einen eher männertypischen Beruf zu ergreifen. Mütter und Väter gelten laut Funk nach wie vor als die wichtigsten Bezugspersonen in Bezug auf die Jobentscheidung, gefolgt von Freunden und Lehrern. Viele Mädchen orientierten sich mehr an den Tätigkeiten ihrer Mütter und hätten deswegen oft ein technisches Defizit. Den Jungs fehle dafür die Übung in vermeintlich weiblichen Aufgaben. Wichtig sei daher, dass Eltern die Aufgaben flexibel unter sich aufteilten, so Funk im Rückblick auf den Girls‘ und Boys‘ Day. An diesem Tag konnten Mädchen typische Männerberufe kennenlernen und Jungs von Frauen geprägte Berufe erforschen.
Aber was, wenn die Tochter doch einen frauentypischen Beruf ergreifen und unbedingt Friseurin werden möchte? Oder der Sohn Bauarbeiter? „Eltern sollten die Ideen der Kinder zunächst akzeptieren und nicht sofort abraten“, empfiehlt Funk. Um den Nachwuchs vorsichtig in eine andere Richtung zu lenken, könnten Eltern aber ein Gespräch mit einer Person aus dem gewünschten Berufsfeld organisieren.

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