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Friseurbesuche könnten teurer werden

[KT_BU]Für einen neuen Haarschnitt könnten Kunden zukünftig tiefer in die Tasche greifen.  FOTO: Peter Steffen
[KT_BU]Für einen neuen Haarschnitt könnten Kunden zukünftig tiefer in die Tasche greifen. FOTO: Peter Steffen

VonAnita Hirschbeck

Gerade war Verdi mit dem Mindestlohn für Friseure erfolgreich. Doch die Dienstleistungsgewerkschaft kämpft auch an anderen Fronten, so bei der Lufthansa und der Post.

Düsseldorf.Der Mindestlohn für Friseure könnte sich laut Verdi-Chef Frank Bsirske im Geldbeutel der Kunden bemerkbar machen. Für einen neuen Haarschnitt dürften Kunden möglicherweise nun tiefer in die Tasche greifen. „Das will ich nicht völlig ausschließen“, sagte Bsirske. Verdi hatte am Montag einen einheitlichen Mindestlohn für Friseure durchgesetzt: Von August 2015 an bekommen diese mindestens 8,50 Euro pro Stunde.
Eine Lohnuntergrenze für Dienstleister führe aber dazu, dass Millionen Menschen mehr verdienten, sagte Bsirske am Rande einer Dienstleistungstagung der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf. Einzelne Preissteigerungen könnten so auch besser verkraftet werden. Verdi kämpft momentan an vielen Fronten. Aktuell redet die Gewerkschaft unter anderem mit den Arbeitgebern bei der Post, der Lufthansa, im Versicherungsgewerbe und im Groß- und Außenhandel über neue Tarifverträge.
Kritik, dass die Warnstreiks bei der Lufthansa übertrieben gewesen seien, wies Bsirske zurück. Es sei besser, den Arbeitgebern in Warnstreiks zu zeigen, wie die Stimmung im Betrieb sei, bevor der Vorstand auf eine Strategie setze, die am Ende zu einem mehrwöchigen Arbeitskampf führe.

Lufthansa bezeichnet Warnstreik als überzogen
Am Montag hatte das Bodenpersonal bei der Lufthansa die Arbeit niedergelegt. Rund 1700 Flüge fielen aus. Die Lufthansa bezeichnete den Warnstreik als überzogen und unverhältnismäßig. Auf die Kritik, mit der Aktion wolle Verdi hauptsächlich vor den eigenen Mitgliedern Stärke zeigen, entgegnete Bsirske: „Die eigene Klientel ist es ja, die streikt.“ Im Konflikt mit der Lufthansa habe Verdi die Zeichen richtig gesetzt.
Auch im Einzelhandel sieht der Verdi-Chef einen „Großkonflikt“ mit den Arbeitgebern kommen. Von einer wiedererkennbaren Struktur bei Tarifverhandlungen möchte Bsirske aber nicht sprechen. „Die Vorstellung, dass alles ritualisiert und in hohem Maße schon vorab absehbar wäre, trügt“, sagte er.
Bsirske leitet seit 2001 die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, kurz Verdi. Der 61-Jährige ist außerdem Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bei RWE und Lufthansa.

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