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„Hürden sind völlig normal“

Geisteswissenschaftler müssen nach ihrem Studium mit sechs bis zwölf Monaten „Sucharbeitslosigkeit“ rechnen.  FOTO: dpa
Geisteswissenschaftler müssen nach ihrem Studium mit sechs bis zwölf Monaten „Sucharbeitslosigkeit“ rechnen. FOTO: dpa

Nürnberg/Berlin.Geisteswissenschaftler machen sich laut Arbeitsmarktforscher Frank Wießner kaum Illusionen über ihre beruflichen Perspektiven. „Wir haben die Beobachtung gemacht, dass Studierende der Geisteswissenschaften sich über die Arbeitsmarktchancen und Einkommensperspektiven sehr wohl im Klaren sind“, sagte der Mitarbeiter des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Dass nach dem Studium einige Hürden zu überwinden seien, sei völlig normal. Doch obwohl Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaftlern laut IAB der Berufseinstieg oft schwerer fällt als Absolventen der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT), sollten sie ihrer Neigung folgen, sagt Frank Wießner. „Zum großen Teil verbringen wir unser Leben mit Arbeit, nämlich in einer Spanne von 40 oder mehr Jahren.“
Die offene Ausrichtung ihrer Fächer sei etwa für Germanisten oder Historiker enorm wichtig. Dass Fächer wie Ingenieurswissenschaft, Medizin oder Maschinenbau ihre Studierenden sehr konkret auf einzelne Berufe vorbereiten, sollte nach Ansicht Wießners nicht zur Vorlage werden. „Es würde die Geisteswissenschaften enorm beschneiden, wenn man sie auf eine bestimmte Arbeitsmarktbedarfslage oder ein Berufsbild zuschneiden würde.“dpa

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