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Kleine Forscher gehen auf Zeitreise

Die Arbeiten am neuen Haus für Leonies Spielzeugpferdchen kommen im ASB Hort in Neubrandenburg gut voran.
Die Arbeiten am neuen Haus für Leonies Spielzeugpferdchen kommen im ASB Hort in Neubrandenburg gut voran.

Hort-Erzieherin Deike Kahn gerät geradezu ins Schwärmen, wenn sie Gäste durch „ihren“ Hortraum führt. Auf dem Regal stehen kleine Gefährte mit Rollen – alles natürlich selbst gebaut und funktionstüchtig. Es gibt Teebeutel-Windräder, Flaschengeister.
Nebenan ist eine Art hölzerne Puppenstube zu entdecken. Schülerin Leonie baut ein Haus für ihre Filly-Pferde, kleine Spielzeugfiguren. „Die Familie ist gerade in ein neues Haus umgezogen“, erzählt Deike Kahn. Da hat Leonie beschlossen, auch ein Haus zu bauen. Jetzt ist sie mit Eifer dabei, schneidet, sägt, klebt und probiert aus. Oft bekommt sie Hilfe. „Es ist phantastisch zu sehen, wie die Kinder das organisieren, sich helfen“, erzählt die Erzieherin.
Sie freut sich, weil solche Vorhaben zeigen, dass ihr Plan aufgegangen ist. Den Forscherdrang der Kinder zu wecken, sie für naturwissenschaftliche, technische und mathematische Dinge zu begeistern – das will sie erreichen. „Die Mädchen und Jungen sollen alles hinterfragen, neugierig sein.“ So hat sich der Hort des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in der Neubrandenburger Oststadt bei der bundesweiten Stiftung als „Haus der kleinen Forscher“ beworben und darf diesen Titel auch führen.
„Unsere Experimentier-Ecke ist immer rappelvoll“, freut sie sich. Die Kleinen aus der 1. Klasse spielen besonders gern „Labor“, hantieren mit Pipetten und dem Mikroskop, hat sie beobachtet.
„Naturwissenschaften und Werken, das ist so meins, ein tolles Thema“, sagt Deike Kahn. Vielleicht habe ja das große Interesse und die Freude der Kinder an Experimenten und Basteleien auch mit ihrem Vorbild zu tun, räumt sie ein. „Es ist wichtig, diese Neugier vorzuleben.“ Erstaunt hat sie beobachtet, dass die Mädchen sich auf die Experimente stürzen, während die Jungen sehr gern im Hortgarten arbeiten.
Beim „Tag der kleinen Forscher“ im Hort waren allerdings alle 190 Mädchen und Jungen mit Feuereifer dabei. Bundesweit sei dieser Aktionstag eigentlich erst am 12. Juni angesetzt. „Aber wir haben ihn vorgezogen, weil das besser mit unserem Ablauf in Einklang zu bringen war“, berichtet die Erzieherin. Zum großen Thema „Wir im Wandel der Zeit – Zeit entdecken“ gab es viele Stationen. Einmal waren die Zeiger einer Analog-Uhr richtig einzustellen, was vielen Kindern wegen der weit verbreiteten Digitaluhren gar nicht leicht falle. Ein anderes Thema: Schicke Anziehpuppen, die Mode früher, heute und in Zukunft zeigen. An der nächsten Station ging es um alte Spiele. „Wir haben den Kreisel und Gummi-Twist wieder aufleben lassen“, erzählt Deike Kahn.
Auch Blutdruck und Puls zu messen, passt aus ihrer Sicht prima in das Thema Zeit. Wie oft schlägt mein Herz in einer Minute? Das sei eine spannende Frage für Kinder – und mit der Beruflichen Schule am Neubrandenburger Klinikum habe der Hort die Experten mit im Haus.
„Es hat einfach Spaß gemacht. Die Kinder lernen so in ihrer Freizeit ganz viel – und merken es nicht einmal“, sagt sie lächelnd. „Es gibt keinen schöneren Job als Erzieher. Und für mich passt hier alles. Ich kann meine Interessen ausleben und bin immer auf der Suche nach neuen Ideen.“

 

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