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Mehr Lohn, mehr Arbeit – es geht voran

In ihrem Frühjahrsgutachten sind die Wirtschaftsforscher optimistisch was die Konjunktur angeht.  FOTO: Rolf Vennenbernd
In ihrem Frühjahrsgutachten sind die Wirtschaftsforscher optimistisch was die Konjunktur angeht. FOTO: Rolf Vennenbernd

Beschäftigung und Wachstum sollen wieder anziehen, zunächst moderat, 2014 dann kräftiger. Hintergründe zum Thema hat Christoph Slangen zusammengetragen.

Ist Deutschland Europas Konjunkturlokomotive?
Die Wirtschaftsforscher halten die Wachstumsdelle hierzulande für überwunden. Anders als in den meisten übrigen Euro-Ländern gebe es ein messbares Wachstum und einen Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Wird die Arbeitslosigkeit weiter sinken?
Die Forscher sind auch für den Arbeitsmarkt optimistisch: Die Zahl der Erwerbstätigen wird nach ihren Erwartungen in diesem und im nächsten Jahr um jeweils etwa 300000 Personen zulegen, auf den neuen Rekordwert von 42,1 Millionen im Jahr 2014. Ein Teil der zusätzlichen Arbeitsplätze dürfte durch Zuwanderer besetzt werden, weil Beschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit (Rumänien, Bulgarien) wegfallen. Die Zahl der Arbeitslosen geht laut Prognose zunächst nur geringfügig – um 25000 Personen in diesem Jahr – zurück, um
155000 im kommenden Jahr. Die Einführung eines Mindestlohns von 8,50 Euro dürfte nach Meinung der Forscher „erhebliche, negative Beschäftigungseffekte haben.“

Können sich Beschäftigte im Land mehr leisten?
Gute Nachricht für die Beschäftigten und ihre Familien: Während die Inflationsrate in diesem und im nächsten Jahr mit 1,7 und zwei Prozent moderat bleiben soll, wird ein höherer Lohnanstieg erwartet: Um 2,6 Prozent und 2,9 Prozent könnten die Tariflöhne steigen. „Zudem ist, auch aufgrund der zunehmenden Knappheiten am Arbeitsmarkt, wieder vermehrt mit außertariflichen Zahlungen oder bezahlten Überstunden zu rechnen“, prognostizieren die Forscher.

Wie belastbar sind die
Prognosen?
Die Forscher haben ihre eigene Prognose aus dem vergangenen Herbst leicht nach unten korrigiert. Die Bundesregierung ist derzeit deutlich skeptischer als die Institute: Sie geht für 2013 von 0,4 Prozent Wachstum aus.

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