Sa. 21. April 2012
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Schulen von Redaktion

„Verschönerungskur“ für ganz alltägliche Dinge

Wer ein guter Ingenieur werden will, muss sich doch nicht mit Kunst und Kultur beschäftigen. Oder? Anke Ristau, Schulleiterin der Grundschule Mitte „Uns Hüsung“ in Neubrandenburg, hat sich mit der Frage „Wie viel Ästhetik braucht ein Kind?“ auseinandergesetzt.

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Musik spielt eine wichtige Rolle im Leben der Menschen. Kinder sollten so früh wie möglich an sie herangeführt werden.
Foto: NK/Archiv
Neubrandenburg. (NK)  

„An welchem Tisch wollt ihr zum Essen Platz nehmen?“, fragte ich meine Schüler. Sie hatten die Wahl zwischen einem nur mit einfachem Wegwerfgeschirr gedeckten, „nüchternen“ Tisch und einem liebevoll dekorierten, farbenfrohen Tisch mit Tischdecke, Servietten, Kerzen, Tischschmuck. Alle entschieden sich für den zweiten und konnten das auch begründen. Anschließend bekam dann jeder seinen kleinen Auftrag für die positive Umgestaltung des ersten Tisches, so dass dann alle einen Platz in guter Umgebung fanden und unser Essen schmeckte uns herrlich bei leiser Instrumentalmusik und Gesprächen.
Fängt da ästhetische Erziehung an? Ich denke ja. Kinder sollten erfahren, wie man mit kleinen Taten den Alltag verschönern kann. Schon im Kleinkindalter beginnt die Ausbildung von Gewohnheiten bezüglich eines gepflegten Äußeren, eines höflichen, zwischenmenschlichen Umgangs und der Gestaltung der Umwelt. Durch das freie Spiel sollen Kinder die Chance haben, sich auszuprobieren, sollen durch entsprechend vielfältige Angebote herausfinden: Was liegt mir? Was mag ich weniger?
Die Erwachsenen spielen hierbei als Begleiter und Vorbild eine wesentliche Rolle. Sie sollten den Kindern die Vielfalt der Möglichkeiten aufzeigen: auf Spaziergängen die Sehenswürdigkeiten der Stadt entdecken, Sportstätten aufsuchen, kindgerechte Ausstellungen, Theater- oder Konzertvorstellungen besuchen und das Ausprobieren künstlerischer Tätigkeiten und sportlicher Aktivitäten ermöglichen. So entwickeln sich besondere Interessen. Diese können zu Hobbys werden. Bei dem einen früher, bei anderen später.
Eltern können dabei beobachten und fördern. Wichtig ist, dass zum Beispiel Lena nicht tanzen gehen muss, nur weil Mutti es selbst früher gern gemacht hätte. In welchem Maße eine Freizeitbetätigung ausgeübt werden sollte, dafür gibt es kein Rezept. Auf jeden Fall wollen wir das Selbstbewusstsein des Kindes stärken sowie Anstrengungsbereitschaft und Durchhaltevermögen fördern. Aber es muss auch Zeit für Entspannungsphasen bleiben.

Bei allem Ausprobieren dürfen wir das Darüber-Reden nicht vernachlässigen. Sprache ist ein wichtiger Teil unserer Kultur, und sie hat es in der gegenwärtigen, rasanten Entwicklung von modernen Medien nicht leicht. Oft werden in Bildungseinrichtungen am Montagmorgen Fragen gestellt: „Was hast du am Wochenende erlebt? Wo warst du?“ Kinder können darauf häufig nur mit mangelhaftem Wortschatz antworten. Begrifflichkeiten fehlen, das Wiedergeben von Eindrücken und Gefühlen fällt schwer.
Hervorzuheben ist auch die bedeutende Rolle der Musik für unser Leben. Wissenschaftliche Forschungen belegen, dass sie bereits Wirkung auf das ungeborene Leben im Mutterleib hat. Klassische Musik kann beruhigend wirken und Schüler beim Lernen unterstützen. Neben Radio, Fernseher, CD und Co. sollten Kinder auch die Chance haben, das Erlebnis Livemusik in seiner Vielfalt kennenzulernen. Gelegenheit gibt es dazu oft auf öffentlichen kulturellen Veranstaltungen. Aber bereits in der Familie könnte das Singen und Musizieren ein festes Ritual werden. Die Palette ist groß: Einschlaflied, Geburtstagsständchen, gemeinsames Weihnachtssingen, Gute-Laune-Songs während einer Autofahrt. Da muss auch nicht jeder Ton perfekt klingen!
Also gehen wir es an. Es gibt so vieles zu entdecken und auszuprobieren. Erleben wir es gemeinsam mit unseren Kindern!

In der kommenden Woche geht um das Thema „Wer ist der Chef im Ring? - Demokratie und Hierarchie in Familie, Schule, Verein“.

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Einen Überblick über das Schulsystem in Mecklen-
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