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Viele Firmen unterlaufen Mindestlohn

Berlin.In vielen deutschen Betrieben werden branchenbezogene Mindestlöhne nach wie vor unterlaufen. Allein in der Bauwirtschaft wurde im vergangenen Jahr in 1690 Fällen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, weil Firmen den Mindestlohn nicht bezahlten. Das geht aus einer Übersicht des Bundesfinanzministeriums hervor.
In der Gebäudereinigung wurden 248 Ermittlungsverfahren wegen der Verstöße eingeleitet. In der Pflegebranche, für die erst seit 2010 eine Mindestlohnverordnung eingeführt wurde, waren es
50 Fälle. Eine allgemeine gesetzliche Lohnuntergrenze gibt es in Deutschland nicht. In 13 Branchen wurden spezifische Mindestlöhne vereinbart – zuletzt für Friseure. Sie reichen von 6,50 Euro Stundenlohn im ostdeutschen Friseurgewerbe bis 13,70 Euro im West-Baugewerbe. Insgesamt arbeiten in den Branchen fast fünf Millionen Beschäftigte. Das Baugewerbe ist besonders anfällig für Lohndumping und Schwarzarbeit. Die Überwachung der Mindestlöhne übernimmt die „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ des Zolls.

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