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Wartesemester sinnvoll überbrücken

Nicht alle Schulabgänger haben Glück und können mit dem Studium sofort beginnen. Gerade in Medizin sind die Wartezeiten oft lang.
Nicht alle Schulabgänger haben Glück und können mit dem Studium sofort beginnen. Gerade in Medizin sind die Wartezeiten oft lang.

Es ist jedes Jahr dasselbe: Die mit Spannung erwarteten Bescheide für einen Studienplatz sorgen bei vielen Bewerbern für lange Gesichter: Absage! Allein in den medizinischen Fächern – Human- und Zahnmedizin sowie Pharmazie – sind zum Sommersemester 2013 rund 37 400 Ablehnungsbescheide verschickt worden. „Im Schnitt gab es bei uns in diesem Jahr pro Studienplatz 7,3 Bewerber“, so Hans-Peter Kaluza von der Stiftung Hochschulstart in Dortmund, die die Studienplatzvergabe im medizinischen Bereich zentral organisiert. Dazu kommen die Absagen in den Fächern, für die sich Schulabgänger direkt bei den Hochschulen bewerben. Im Wintersemester ist die Schere zwischen Angebot und Nachfrage noch weiter geöffnet.
Wer einen zulassungsbeschränkten Studiengang wählt, muss damit rechnen, dass es mit einem Platz im Wunschfach nicht sofort klappt – insbesondere, wenn die Abiturnote nicht die allerbeste ist. Für viele führt der Weg in den Vorlesungssaal im besten Fall über das Nachrückverfahren, wahrscheinlich aber über die Anrechnung von Wartesemestern. „Entscheidend ist immer, wann jemand Abi gemacht hat“, erläutert Kaluza. Ab dann läuft die Uhr, und pro Jahr werden zwei Semester angerechnet. Dabei ist es bei den zentral vergebenen Studienplätzen völlig egal, was der Bewerber in der Zwischenzeit macht: „Ob einer eine Reise nach Australien unternimmt oder gar nichts macht, für alles bekommt er die gleichen Wartesemester angerechnet“, betont Kaluza.
Vorsicht ist allerdings geboten, wenn man sich vorübergehend für ein anderes Fach einschreibt: „Diese Studienzeit wird von der Wartezeit für das ursprüngliche Wunschfach abgezogen.“
Was also tun, werden sich auch in diesem Jahr viele Schulabgänger fragen. „Erst mal wirklich abwarten“, meint die Studienberaterin Julia Funke. Viele bekommen eine zweite Chance im Nachrückverfahren. „Oft dreht sich das Karussell noch mal, weil viele sich an mehreren Unis beworben haben.“ In der Zwischenzeit könnten sich Studierwillige weiter orientieren, was für Praktika, Ausbildungen, oder andere Möglichkeiten es sonst noch gibt. Zweigleisig zu fahren, empfiehlt Ursula Scheele, Studien- und Berufsberaterin bei der Arbeitsagentur Berlin. Viele nutzen die Wartezeit bis zum Studium, um als Au-pair im Ausland zu arbeiten oder ein Freiwilliges Soziales Jahr zu leisten. „Das ist immer sinnvoll“, meint Scheele. Abiturienten machen erste Erfahrungen in der Arbeitswelt und erwerben soziale Kompetenzen. Je nach FSJ-Platz besteht auch die Möglichkeit, zusätzliche Seminare – etwa in der Gebärdensprache – zu belegen. Allerdings sind auch hier viele Plätze sehr begehrt. Schulabgänger sollten sich rechtzeitig kümmern. Funke empfiehlt, sich mindestens im Sommer vor dem Abi Gedanken zum Plan B zu machen.

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