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Kreativität zaubert Pep ins Hochzeitsalbum

In Sepia auf alt getrimmt - bei der Nachbearbeitung lassen sich die Hochzeitsfotos kreativ verändern.
In Sepia auf alt getrimmt - bei der Nachbearbeitung lassen sich die Hochzeitsfotos kreativ verändern.

Das Durchblättern des Fotoalbums zaubert meist die schönsten Hochzeitserinnerungen hervor. Nur leider ist die Fotoserie von Oma Erna, Onkel Peter und Tante Sabine, auf der sie sich in einer Ecke vergeblich vorm Fotografen verstecken, recht unspannend. Dabei können mit etwas Kreativität bei Erna und Verwandtschaft die Foto-Hemmungen fallen – und im Hochzeitsalbum herrscht keine Langeweile.

Momentan voll im Trend ist die Photobooth. „Da gehen die Gäste ab“, weiß Vladimir Dimitrov, Hochzeitsfotograf aus Düsseldorf. Bei der Photobooth handelt es sich um eine Art Fotokabine, die das Paar oder der Fotograf auf der Hochzeitsfeier aufstellt. Manche sehen aus wie ein Passfotoautomat, die man vom Fotografen mieten kann. Bei dem Automaten von Dimitrov wird das Foto gleich gedruckt.

Zylinder und Federboa als Requisiten

Als Alternative können Paare die Photobooth selber einrichten. Dafür sollten sie sich einen Ort aussuchen, der etwas abseits vom Hochzeitstrubel liegt. Im besten Fall macht die Wand dort als Hintergrund etwas her – wenn nicht, kann das Paar einen schönen Stoff aufhängen. Davor können sich die Gäste in Pose werfen. Für ausgefallene Fotos sorgen Accessoires, die in der schon bereitliegen. „Was der Karnevalsladen hergibt“, sagt Dimitrov über die Requisiten. Oder nach einem bestimmten Motto, zum Beispiel Zylinder, Zigarettenspitze und Federboa für die 20er-Jahre-Fotoecke. Dank der Photobooth wagen sich fast alle Gäste vor die Linse.

Die Bilderrahmen-Variante, bei der die Gäste einen Rahmen hochhalten, durch den sie gucken, ist nur noch mäßig kreativ. Origineller lassen sich Fotos als Spiel einbinden: Jeder Gast bekommt per Zettelchen einen Fotoauftrag. Der könnte zum Beispiel lauten: „Bitte finde die zwei besten Freundinnen der Braut“, sagt Friederike Mauritz, Vorsitzende des Bunds deutscher Hochzeitsplaner. Für das Spiel können Digitalkameras der Gäste zum Einsatz kommen – fast jeder hat heutzutage eine dabei. Als Alternative bietet sich die Polaroid-Kamera an, sagt Nicole Urbschat vom Centralverband der Berufsfotografen.

Die Magie von Verwandlung und Stimmung

Bei den Klassikern, den Gruppenfotos, sollten Oma Erna und Tante Sabine nicht mit ernster Miene in die Kamera starren. Der Fotograf kann sie auffordern zuwinken – „dann gucken sie etwas fröhlicher“, erklärt Mauritz. Oder die Gäste können Ballons steigen lassen.

Bei den Fotos vom Paar hängt viel vom Zeitpunkt ab: „Einige der schönsten Bilder entstehen, bevor die Trauung beginnt“, sagt Dimitrov. Deshalb sollten Paare den Fotografen am besten schon zur Vorbereitung buchen. „Es geht um die Verwandlung, die Stimmung“, sagt er. „Es herrscht eine gewisse Magie.“ So wandern später auch Fotos davon ins Album, wie sich die Braut im Kleid noch schnell die Zähne putzt oder der Brautvater dem Bräutigam die Krawatte bindet.

Für das Fotoshooting vom Paar bestehe immer ein Zeitproblem, warnt Mauritz. Viele Paare stehlen sich dafür beim Sektempfang kurz davon. „Der Zeitfaktor ist der schlimmste.“ Werden die Fotos vor Ort gemacht, spare man sich unnötige Fahrten, die viel Zeit kosten.

Wer sich ohne Zeitdruck fotografieren lassen möchte, kann vor oder nach dem großen Tag ins Studio. Dort habe man mit den Blitzanlagen traumhaftes Licht, mehr Ruhe, keine Gäste, weiß Urbschat. In der sogenannten Freemask lassen sich im Studio Hintergründe generieren, zum Beispiel das Ziel der Flitterwochen.

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