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Jede zweite Arznei aus dem Internet ist gefälscht

Arzneimittel aus dem Internet können für den Verbraucher gefährlich werden.
Arzneimittel aus dem Internet können für den Verbraucher gefährlich werden.

Angeboten werde alles–von Antibiotika bis zum Krebsmittel. „Diese Medikamente können zum Beispiel gar keinen Wirkstoff haben oder überdosiert sein“, sagte Manfred Schubert-Zsilavecz vom Zentrum für Arzneimittelforschung an der Goethe-Universität Frankfurt (Main). Sogar für Experten seien manche Fälschungen kaum vom Original zu unterscheiden. Der Kauf von Medikamenten in den Apotheken sei dagegen überwiegend sicher. „Ein Restrisiko gibt es zwar auch da, doch die Gefahrenquelle Nummer eins ist das Internet.“

Zwar gebe es auch legal arbeitende Internetapotheken. Es sei jedoch zweifelhaft, ob die Patienten die Angebote unterscheiden könnten. Der illegale Handel mit Arzneimitteln gehöre zu den lukrativsten kriminellen Einnahmequellen, sagte Volker Kerrutt vom Zollkriminalamt in Köln.

Produkte oft aus China, Indien und Thailand

So liege etwa die Gewinnspanne bei illegal hergestelltem Viagra bei bis zu 47 000 Prozent–das sei deutlich mehr als beim Handel mit Heroin. Insgesamt gehe die Tendenz beim Internethandel zu den klassischen Medikamenten und zu Dopingmitteln für den Breitensport, wie etwa Anabolika für den Muskelaufbau. Die meisten Produkte kämen aus China, Indien und Thailand.

Im vergangenen Jahr hatte der Zollfahndungsdienst in Deutschland insgesamt fast fünf Millionen illegal hergestellte Tabletten und Ampullen sichergestellt, das waren damit deutlich mehr als im Jahr zuvor (3,64 Millionen). Bei der Tagung–dem größten Fachkongress der Mediziner in Deutschland–reden Experten über die gesamte Bandbreite der inneren Krankheiten. Insgesamt hatten sich rund 8500 Internisten angekündigt.dpa

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