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Planschend und paddelnd die Welt entdecken

Das macht Laune: Mutti Cordula Hecht und Töchterchen Lilly mit Schwimmflügeln und Wasserspielzeug.
Das macht Laune: Mutti Cordula Hecht und Töchterchen Lilly mit Schwimmflügeln und Wasserspielzeug.

Lilly jauchzt vor Freude. Konstantin strampelt aufgeregt mit den Beinchen. Charlotte strahlt wie immer übers ganze Gesicht. Die drei süßen Racker sowie auch die anderen sieben Knirpse liegen nicht nur wohlbehütet in Mamas oder Papas Armen, sie sind auch in ihrem Element: Babyschwimmen in 31 Grad Celsius warmem Wasser ist wieder angesagt.

Einmal pro Woche können junge Eltern mit ihren Sprösslingen eine Dreiviertelstunde unter professioneller Anleitung von Sportlehrer Sven Teichert im Schwimmbecken einer Neubrandenburger Behinderten-Schule planschend die Welt entdecken. „Die Bewegung im nassen Element ist für die Kinder ein zusätzlicher Aspekt der Körperwahrnehmung“, erläutert der 40-Jährige, der als ehemaliger Berufssoldat beim Einsatz in Afghanistan spontan merkte, dass er sich vom Job her doch zu anderem berufen fühlt.

Ab einem Alter von drei Monaten kann's losgehen

„Unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit im Wasser lernen die Kinder motorische Fertigkeiten schneller und besser. Das wirkt sich ebenso auf die geistige Entwicklung aus, haben Studien ergeben.“ Etwa ab einem Alter von drei Monaten könne mit dem Babyschwimmen begonnen werden, erklärt der Experte weiter. „Wichtig ist, dass die Kleinen volle Kontrolle über ihre Kopfhaltung haben.“ Natürlich, fügt Sven Teichert hinzu, sollten auch die Eltern einen positiven Zugang zum Element Wasser haben. „Die Angst könnte sich aufs Kind übertragen, das wäre nicht förderlich.“

Durch das regelmäßige Üben werde zudem das soziale Verhältnis zwischen Eltern und Kind sowie auch zu anderen geschult. Wesentlich sei für ihn, gibt der Sportfachmann zu, zunächst das Vertrauen der Eltern zu gewinnen. „Mami und Papi wollen natürlich immer das Beste für ihren Fratz“, weiß er. „Da muss ich schon gut ankommen.“ Deshalb könne man den Beruf auch nicht komplett lernen. Das „gewisse Etwas“ müsse man schon mitbringen, glaubt er. Eine große Hilfe für Sven Teichert ist dabei die Musik. „Zu Beginn und zum Ende jeder Übungsstunde wird bei uns gemeinsam gesungen“, sagt das Kirchchor-Mitglied. „Das lockert auf und hebt die Stimmung.“ Und: Während der gesamten 45 Minuten des Babyschwimmens gab es nicht einen klagvollen Ton, keine Träne, kein aufgeregtes Geschrei. „Im Vordergrund der Ausbildung steht natürlich immer der Spaß“, betont der Penzliner. „Nichts geschieht bei uns mit Zwang, alles nur spielerisch.“

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