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Buletten-Boss wird durch den Wolf gedreht

Ungünstige Wechselkurse und die schwächelnde Wirtschaft haben McDonald’s einen Dämpfer verpasst.  FOTO: Angelika Warmuth
Ungünstige Wechselkurse und die schwächelnde Wirtschaft haben McDonald’s einen Dämpfer verpasst. FOTO: Angelika Warmuth

VonDaniel Schnettler

Bei McDonald‘s fallen einem als erstes Burger und Fritten ein, also eher ungesundes Essen. Deswegen musste sich Firmenchef Don Thompson auf der Hauptversammlung allerhand Kritik anhören.

Oak Brook.Es ist eine Neunjährige, von der McDonald’s-Chef Don Thompson als erstes in die Mangel genommen wird. Hannah Robertson heißt sie. „Es ist nicht okay, wenn große Unternehmen Kinder zu ungesundem Essen verleiten mit Spielsachen oder Cartoon-Figuren“, sagt sie dem Manager ins Gesicht und meint damit die Happy Meals. Sie erzählt von Altersgenossen mit Diabetes oder Übergewicht. „Herr Thompson, wollen Sie nicht, dass Kinder gesund essen, damit sie ein langes und glückliches Leben führen können?“
Es ist Hauptversammlung bei McDonald’s – und bei diesem jährlichen Treffen der Aktionäre entlädt sich Kritik an der größten Fast-Food-Kette. Doch am Firmenveteranen Thompson prallt sie ab. Er ist seit 23 Jahren dabei und steht seit einem knappen Jahr an der Spitze. „Wir verkaufen kein Junk Food, Hannah“, versichert der Herr über mehr als 34000 Schnellrestaurants. „Wir verkaufen viel Obst und Gemüse bei McDonald’s, und wir wollen noch mehr verkaufen.“ Zu den Happy Meals gebe es Äpfel, zählt er auf. Oder Milch. „Wir bieten Salate an für einen Dollar, die kann sich jeder leisten.“
Obst, Gemüse, Milch – fast gebetsmühlenartig wiederholt Thompson die Angebote. Denn immer wieder muss er sich den gleichen Vorwurf anhören, den eine Frau in besonders scharfer Weise formuliert: „Über Jahrzehnte hat McDonald’s satte Profite auf Kosten der Gesundheit unserer Kinder gemacht.“ Thomp- son scheint der Angriff nahe zu gehen: „Wir sind nicht der Auslöser für Fettleibigkeit.“ Der durchschnittliche Kunde esse drei bis vier Mal im Monat bei McDonald’s.
Spätestens Präsidentengattin Michelle Obama hat in den USA die Diskussion um gesunde Ernährung wieder angestoßen. Sie hatte die größte Supermarktkette Wal-Mart dazu gedrängt, mehr frische Waren anzubieten. Und auch McDonald’s steht unter Druck. UN-Experten hatten im vergangenen Jahr sogar eine Sondersteuer für Junk Food gefordert.
Es ist eine Gratwanderung, die Thompson machen muss. Auf der einen Seite darf er seine Stammkundschaft nicht verprellen. „Wir stehen zu unseren Klassikern wie dem Big Mac, unseren weltberühmten Pommes Frites, Hamburgern und Cheeseburgern sowie Chicken McNuggets.“ Sie machten ein Viertel der Verkäufe aus. Auf der anderen Seite muss er auf die Kritik reagieren. „Wir haben uns verändert. ... Wir bieten gutes Essen an.“

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