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Heimtückischer Anschlag mit Rattengift-Brötchen

Aufregung um Backwaren: 25 Mitarbeiter der Kunststofffirma haben vergiftete Brötchen gegessen, die ein Unbekannter in einem Karton vor der Firma abgelegt hat. [KT_CREDIT] FOTO: Linda Braunschweig / Oldenburgische Volkszeitung
Aufregung um Backwaren: 25 Mitarbeiter der Kunststofffirma haben vergiftete Brötchen gegessen, die ein Unbekannter in einem Karton vor der Firma abgelegt hat. [KT_CREDIT] FOTO: Linda Braunschweig / Oldenburgische Volkszeitung

VonElmar Stephan

Das vergiftete Brötchen-
Geschenk ist Stadtgespräch in Steinfeld. In der kleinen Gemeinde wird viel spekuliert: Ist Rache der Grund für die hinterhältige Tat?

Steinfeld.Über das teuflische Geschenk eines Unbekannten an Mitarbeiter einer Firma in der Gemeinde Steinfeld kann Adil Gören nur den Kopf schütteln. „Wer macht denn so etwas?“, fragt der Inhaber einer Pizzeria im Herzen des 9500-Einwohner-Ortes im Oldenburger Münsterland. „Das ist eine große Schweinerei!“ Er hoffe, dass die Polizei den Täter schnell finde, sagt der Unternehmer. Irgendjemand hat Brötchen mit Rattengift präpariert und den Mitarbeitern eines Kunststoff verarbeitenden Betriebs zu essen gegeben.
„Zutiefst erschüttert“ sei die Leitung des betroffenen Unternehmens „Müller-Technik“, sagt dessen Geschäftsführer Helmut Kohake. Auch die Menschen im Ort sind empört über die Tat und rätseln über die Hintergründe.
Am Dienstag lagen die belegten Brötchen in einem vor einer Werktür abgestellten Karton. Darauf befand sich ein Hinweis, dass die Brötchen ein Geschenk seien und gegessen werden könnten. 25 Mitarbeiter des Unternehmens dachten sich nichts Böses - und bissen zu. Später fiel aber jemandem auf, dass auf den Brötchen noch eine unbekannte Substanz war.
Einige Mitarbeiter suchten sicherheitshalber Krankenhäuser auf, die Polizei wurde verständigt. Die Beamten stellten die übrigen Brötchen sicher und flogen sie zur Untersuchung nach Berlin. Das Resultat schockiert Mitarbeiter und Bürger: Bei der Substanz handelt es sich um Mäuse- und Rattengift. Die betroffenen Mitarbeiter bleiben erst einmal zur Beobachtung in Krankenhäusern. Bislang zeigen sie keine Vergiftungssymptome.
„Die ganze Stadt spricht darüber“, sagt eine ältere Dame, die in einer Kneipe hinter dem Tresen steht. „Man fragt sich, wer tut so etwas?“ Ihren Namen will sie nicht nennen. „Vielleicht ist jemandem gekündigt worden und der hat sich gerächt?“, mutmaßt sie. Geschäftsführer Kohake betont allerdings, es habe keine Drohungen gegen das Unternehmen gegeben. Vor den Werkshallen herrscht am Mittwochmittag Ruhe. Währenddessen ermittelt die Polizei in alle Richtungen weiter.

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