Sa. 25. August 2012
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Auto/Kfz von Norbert Glamann

Aufgefrischt in die zweite Halbzeit

Auf den ersten Blick fallen die optischen Retuschen beim Q5 kaum auf. Viel mehr hat sich jedoch unter der Motorhaube in puncto Sparsamkeit getan.
Auf den ersten Blick fallen die optischen Retuschen beim Q5 kaum auf. Viel mehr hat sich jedoch unter der Motorhaube in puncto Sparsamkeit getan.
Foto: Hersteller
München. (NK)  

Seit 2008 rollt der Q5 von Audi äußerst erfolgreich durch die Welt. In Europa hat er sich auf der Bestsellerliste ganz oben einen Platz reserviert. Aber auch in China und in den USA rangiert er auf der Beliebtheitsskala weit vorn. Allein im vergangenen Jahr konnte Audi von seinem kompakten SUV weltweit mehr als 170 000 Fahrzeuge verkaufen, davon 22 000 in Deutschland.
Um ihn auch künftig gegen Konkurrenten wie den BMW X3 oder den Mercedes GLK fit zu halten, hat Audi seinem 4,63 Meter langen Erfolgsmodell nach knapp vier Jahren ein Facelift spendiert. Das fällt, was die Optik angeht, eher behutsam aus. Die äußerlichen Retuschen beschränken sich vor allem auf Details am Singleframe-Grill und den in Chrom gefassten Nebelscheinwerfern. Hinten sind der Diffusor-Einsatz und die nun unten abgeflachten Endrohre neu gezeichnet. Am auffälligsten dürfte jedoch das umlaufende LED-Tagfahrlich sein – allerdings muss man dafür in der nach oben offenen Ausstattungsliste ein Kreuzchen beim Xenon-Plus-Licht gesetzt haben.


Der Innenraum überrascht. Denn wer glaubte, in der bisherigen Ausstattung bereits nobel durch die Welt zu fahren, wird eines Besseren belehrt. Neue Materialien, darunter ausgewählte Hölzer, farbiges Leder und viel Chrom verbessern das ohnehin schon edle Ambiente.
Eine ganze Batterie von Assistenzsystemen ist am Arbeitsplatz des Fahrers in Stellung gebracht worden. So sorgen jetzt beispielsweise ein Müdigkeitswarner ebenso für Sicherheit wie ein neues Abstandsradar, das auch bei unter 30 km/h arbeitet und das Fahrzeug im Notfall bis zum Stillstand bremst. Das Infotainment-System bietet Technik vom Feinsten, so unter anderem einen WLAN-Hotspot für alle Insassen, Google-Sonderzielsuche per Sprachbedienung oder eine Smartphone-App für mehr als 5000 Radiosender.
Vor allem aber haben die Ingolstädter viel Mühe investiert, um angesichts steigender Spritpreise die Effizienz ihrer Motorenpalette zu verbessern. Im Durchschnitt wurde der Durst der Triebwerke um 15 Prozent verringert. Mehr Leistung kommt aus weniger Hubraum. So beispielsweise beim Zweiliter-Benziner TFSI, der jetzt 225 PS leistet und statt 8,1 Liter nur noch 7,6 Liter verbrauchen soll. Bei allen Motorvarianten ist übrigens die Start-Stopp-Automatik serienmäßig an Bord. Ebenso ist in allen Modellen - bis auf den 143-PS-Basisdiesel - der Allradantrieb Serie. Für den ökologisch bewussten SUV-Fahrer hält Audi den Q5 Hybrid quattro bereit, den ersten Serien-Hybriden der Marke.


Jeder zweite Wagen, den Audi heute verkauft, hat einen Selbstzünder unter der Haube. Wohl deshalb haben die Ingolstädter ihr neues Topmodell der Q5-Baureihe mit einem Diesel ausgerüstet. Im Spätsommer soll nämlich der SQ5 TDI, in dem erstmals in der Geschichte von Audi ein Diesel in der S-Version arbeitet, zu den Kunden rollen. Der Biturbo-V6 leistet satte 313 PS und stemmt ein Drehmoment von 650 Newtonmeter auf die Kurbelwelle.
Damit sprintet der SQ5 in 5,1 Sekunden auf Tempo 100 und hält in dieser Disziplin locker mit dem Porsche Cayman mit. Allerdings zeigt er sich deutlich weniger durstig als jener – 7,2 Liter je 100 Kilometer hat Audi ihm ins Stammbuch geschrieben.
Bei einer ersten Ausfahrt überzeugt der SQ5 in allen Dingen. Mit leichtem Druck auf den Startknopf beginnen die sechs Zylinder ihr Werk und lassen einen kraftvollen, sonoren Klang ertönen. Nach beherztem Tritt aufs Gaspedal kennt der Zwei-Tonnen-Bolide dann kein Halten mehr. Ist freie Fahrt, findet der Sturmlauf automatisch abgeregelt bei 250 km/h sein Ende. Erstaunlich leise verrichtet der Motor dabei seinen Dienst. Unterstützung erfährt er durch ein exzellent arbeitendes Automatikgetriebe, das kaum wahrnehmbar durch die acht Gänge flutscht.
Überraschend auch das Ergebnis in puncto Treibstoff. Bei normaler Fahrweise über Autobahn und Landstraße registrierte der Bordcomputer am Ende der Tour 0,9 Liter über dem Normverbrauch. Das ist für ein Auto dieses Kalibers ein durchaus beachtlicher Wert. 58 500 Euro verlangt Audi für den Einstieg in die Welt dieser noblen Kraftprotze. Weitaus sparsamer fährt man jedoch mit den Grundmodellen des Q5. Trotz Renovierung will Audi nur 150 Euro mehr in Rechnung stellen. So kostet der 143-PS-Diesel 35 200 Euro, der Allrad-Benziner mit 165 PS ist für 41 900 Euro zu haben.

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